Blut aus der Arterie oder Vene?

Viele Menschen fragen sich: Wo wird eigentlich Blut abgenommen, aus der Vene oder ArterieBlut abnehmen gehört bei vielen Patienten zum Arztbesuch dazu. Dabei gewinnt der Mediziner Blut aus Ihren Blutgefäßen mittels Punktion. Es gibt verschiedene Möglichkeiten; das Serum zu entnehmen. Dabei stellt sich die Frage, wo er das Blut gewinnt. Mediziner unterscheiden drei Arten der Punktion. Diese stellen wir Ihnen im Folgenden näher vor.

Blutabnahme
Blut abnehmen am Arm | © Kzenon – Fotolia.com

  

 

Wozu dient die Blutabnahme?

Mediziner nutzen die Methode zur Diagnostik von Krankheiten, zur Verlaufskontrolle oder als Test zur Prävention. Wenn sie Blut abnehmen, geschieht dies auch bei einer Blutspende. Teilweise nutzen Ärzte den Aderlass weiterhin als therapeutische Maßnahme bei speziellen Erkrankungen.

 

Die verschiedenen Optionen zum Abnehmen von Blut

Generell unterscheidet der Arzt zwischen
• venöser,
• arterieller und
• kapillarer

Blutentnahme. Aus allen drei Gefäßarten entnimmt er das Serum mittels Punktion. An welcher Stelle er das Blut zieht, ist abhängig von der Methode und der Beschaffenheit der Gefäße.

 

 

Serum aus der Vene

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Bei der venösen Blutabnahme gewinnt der Arzt das Serum aus einer Vene. Dieses Verfahren gilt als Standard beim Abnehmen von Blut. Mit einer Hohlnadel punktiert das medizinische Personal ein venöses Gefäß und entnimmt mit einem aufbereiteten Röhrchen Blut. Als Punktionsstellen dienen die Vena cephalica oder die Vena mediana cubiti am Unterarm. Ist der Zugang nicht möglich, besteht die Option, venöses Blut aus allen tieferen oder oberflächlichen Venen zu entnehmen.

 

Die Kapillarblutgewinnung im Überblick

Das Abnehmen von Blut aus Kapillaren gehört zu den wichtigsten Methoden zur Entnahme kleinerer Blutmengen. Mit der Probe bestimmen Mediziner die Sauerstoffsättigung des Serums oder den Blutzucker des Patienten. Sie gewinnen das Blut aus stark durchbluteten Geweben, wie dem Ohrläppchen oder der Fingerkuppe. Dazu nutzen Ärzte eine Stechhilfe, mit der sie einen schmerzarmen, schnellen Stich erzielen. Bei diesen Geräten ist die Tiefe des Eindringens standardisiert. Viele Patienten messen auf diese Weise den Blutzucker selbst. Häufig verwenden Kinderärzte das Verfahren, um die Schmerzen einer venösen Punktion zu vermeiden.

Laut einer Studie zur Venenpunktion bei Chemotherapiepatienten ist diese Methode für chronisch kranke Patienten traumatisierend. Daher gilt zu prüfen, ob sich die kapillare Blutabnahme anbietet. Die besten Erfolge bei der Gewinnung aus den Venen erzielte das erfahrende medizinische Personal. Unerfahrene Angestellte erzielten seltener einen sofortigen Treffer beim Punktieren [Dubec N, Betschart M, Stoll HR: Venenpunktion in einem onkologischen Ambulatorium – Auswertung aus 2123 Punktionen. Unveröffentlichtes Manuskript (2013), URL: https://medicalforum.ch/de/resource/jf/journal/file/view/article/smf/de/smf.2013.01368/smf-01368.pdf/ (letzter Zugriff: 05.02.2018)].

 

Blut aus der Arterie gewinnen

Eine weitere Option ist die arterielle Blutentnahme. Mediziner wenden sie an, um eine Blutgasanalyse durchzuführen. Dazu entnehmen sie Blut aus der Arteria iliaca oder der Arteria radialis. Zur Anwendung kommen spezielle Einwegkapillaren. Alternativ verwenden Ärzte eine herkömmliche heparinisierte Spritze zum Punktieren. Im Vergleich zur venösen Abnahme von Blut ist diese Methode invasiver. Dadurch steigt das Risiko, dass eine Nachblutung entsteht oder sich eine arterielle Thrombose bildet. In der Regel sind beide Verfahren ähnlich aussagekräftig.

 

Die Blutgewinnung aus verschiedenen Gefäßen

Die drei Methoden versprechen je nach Untersuchungszweck ein verlässliches Ergebnis, wobei die venöse Abnahme von Blut die gängigste Methode beschreibt. Die kapillare Gewinnung eignet sich zur Testung spezifischer Erkrankungen. Die arterielle Lösung birgt die größten Risiken. In jedem Fall zieht der Arzt bei einem großen oder kleinen Blutbild eine venöse Entnahme vor. An welcher Stelle das Serum entnommen wird, entscheiden Sie bei Bedarf selbst. Achten Sie darauf, nicht zu häufig zur Blutabnahme zu gehen, da sonst eine Anämie droht.

  

 

Quellen:
Dubec N, Betschart M, Stoll HR: Venenpunktion in einem onkologischen Ambulatorium – Auswertung aus 2123
Punktionen. Unveröffentlichtes Manuskript (2013), URL: https://medicalforum.ch/de/resource/jf/journal/file/view/article/smf/de/smf.2013.01368/smf-01368.pdf/ (letzter Zugriff: 05.02.2018)

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