Warum sind die Nierenwerte nach einer Operation verändert?

Schlechte Nierenwerte geben Hinweise auf eine Nierenerkrankung oder eine gestörte Tätigkeit der Organe. Zu den gemessenen Blutwerten zählen der Harnstoff, das Kreatinin sowie die Kreatinin-Clearance. Auffällige Nierenwerte geben keine Auskunft über ein bestimmtes Krankheitsbild. Vielmehr verweisen sie auf eine eingeschränkte Funktionsfähigkeit der Nieren.

Warum entstehen schlechte Nierenwerte nach einer Operation?

Während der Operation befindet sich der Körper im Ruhemodus. Durch die eingeschränkte Organfunktion kommt es zu einem Ungleichgewicht der Stoffwechselprozesse. In der Folge stauen sich im Blut beispielsweise Harnstoff und Kreatinin. Eine anschließende Blutuntersuchung bringt daher schlechte Nierenwerte hervor.

Befinden Sie sich während der Operation unter der Anästhesie, verlangsamen sich sämtliche Stoffwechselprozesse im Körper. Gleichzeitig verringert sich die Ausscheidungsfunktion der Nieren. Oft dauern operative Eingriffe mehrere Stunden. Davor erscheinen die Patienten nüchtern, sodass sich kaum verwertbare Flüssigkeit im Körper befindet. In der Folge steigen Nierenwerte wie Harnstoff und Kreatinin im Blut.

Was sagen die Nierenwerte aus?

Kommt es zu einem hohen oder niedrigen Harnstoff– oder Kreatininwert im Körper, deutet dies auf einen Funktionsverlust der Nieren hin. Allerdings eignen sich beide Werte nicht für eine Früherkennung einer Krankheit.

Sie dienen vielmehr als allgemeine Parameter, um die Nierenfunktion zu überprüfen. Schlechte Nierenwerte nach einer Operation stellen keine Seltenheit dar. Betäubung, Blutverlust und Stress beeinflussen die körpereigene Immunabwehr und die Organfunktion. Oft funktionieren die Nieren nach dem Eingriff eingeschränkt.

Scheiden Sie den Harnstoff nicht ausreichend aus, vermehrt sich dessen Konzentration im Blut. Der Kreatininwert fungiert als Basis für die glomeruläre Filtrationsrate, kurz GFR. Diese gibt an, wie gut die Nieren ihrer Filteraufgabe nachkommen.

Wichtige Fakten über veränderte Nierenwerte im Überblick:

  • Die Nierenwerte fungieren als Parameter, um die Nierenfunktion zu überprüfen.
  • Treten schlechte Nierenwerte nach einer Operation auf, besteht zunächst kein Grund zur Sorge.
  • Um die Retentionswerte zu überprüfen, nimmt der Arzt eine Blutuntersuchung vor.
  • Eine weitere Möglichkeit, die Nierenfunktion zu kontrollieren, besteht in Urinuntersuchungen.
  • Kommen grundlos schlechte Nierenwerte zustande, folgt eine umfassende Ursachenanalyse.

 

Die folgende Tabelle zeigt Ihnen den Normbereich der einzelnen Blutwerte auf:

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Nierenwert

Männer

Frauen

Harnstoff in Milligramm je Deziliter

10 bis 50

10 bis 50

Kreatinin in Milligramm je Deziliter

0,81 bis 1,44

0,66 bis 1,09

Kreatinin-Clearance in Milliliter pro Minute (25 Jahre)

95 bis 140

70 bis 115

Kreatinin-Clearance in Milliliter pro Minute (50 Jahre)

70 bis 110

50 bis 100

 

Wann erkennt man die Veränderung der Werte

Sobald die Ärzte nach der Operation Ihren Blutwert bestimmen, fallen die verschlechterten Retentionswerte auf. Bei Menschen mit gesunden Nieren normalisieren sie sich im Normalfall selbstständig. Leiden Sie unter einem Nierenleiden, beispielsweise der Niereninsuffizienz, bleiben die Werte unter Umständen bedenklich.

Um die gesundheitliche Komplikation zu diagnostizieren, bestimmen die Mediziner die glomeruläre Funktion. Eine Früherkennung erfolgt durch die Kontrolle eines exogenen Filtrationsmarkers (Christian Thomas, Lothar Thomas: Renal Failure – Measuring the Glomerular Filtration Rate (2009).

Welche Symptome treten bei schlechten Nierenwerten auf?

Entsteht bei Ihnen eine chronische Nierenschwäche, verläuft der Prozess im Anfangsstadium symptomfrei. Allerdings kommt es nach einer Operation oft zu einer plötzlichen Verschlechterung der Nierenwerte.

Neben einem allgemeinen Schwächegefühl bemerken Sie:
• eine vermehrte Ausscheidung von hellem Urin,
• erhöhten Blutdruck,
• Blut im Harn,
• Wassereinlagerungen, Ödeme, an den Beinen.

Eine funktionsfähige Niere scheidet täglich höchstens 200 Milligramm Eiweiß aus. Von diesem bilden 30 Milligramm das Bluteiweiß Albumin. Kommt es zu höheren Werten, leiden Sie an einer Mikroalbuminurie.

Befinden sich größere Mengen Blut im Urin, handelt es sich um eine Makrohämaturie. Oft treten bei schlechten Nierenwerten keine oder wenige Blutstropfen mit dem Harn aus. Diese Mikrohämaturie lässt sich nur über einen Teststreifen feststellen.

Bleiben die Nierenwerte nach der Operation verschlechtert, droht ein gestörter Wasserhaushalt. Gleichzeitig geraten der Elektrolyt- sowie der Säure- und Basenhaushalt aus dem Gleichgewicht.

Diese Folgen drohen bei schlechten Nierenwerten

Bleibt die Funktion der Nieren über einen längeren Zeitraum gestört, bilden sie weniger EPO. Hierbei handelt es sich um das blutbildende Hormon Erythropoetin. Dadurch verringert sich die Anzahl der roten Blutkörperchen. Die dadurch entstehende Anämie zeichnet sich durch Konzentrationsschwäche, Müdigkeit und eine allgemeine Schwäche aus. Unbehandelt kommt es schlimmstenfalls zu einem kompletten Funktionsverlust der Organe. Vor der Dialyse klagen Patienten oftmals über Übelkeit. Weitere Folgen der schlechten Nierenwerte bestehen in Bluthochdruck, einem unregelmäßigen Herzschlag sowie Krämpfen.

Tipp: So normalisieren Sie Ihre Nierenwerte

Schlechte Nierenwerte nach einer Operation regulieren sich bei gesunden Menschen selbstständig. Damit Sie von einer intakten Organfunktion profitieren, sollten Sie Ihrem Körper ausreichend Flüssigkeit und Eiweiß gönnen. Ebenso unterstützt eine Nierenreinigung das allgemeine Wohlbefinden. Leiden Sie unter einer Nierenschwäche, beginnt der Arzt mit einer medikamentösen Therapie.

Quellen und Literatur:

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