Duodenalulkus – Symptome und Ursachen des Zwölffingerdarmgeschwür

Leben mit Duodenalulkus: dem Zwölffingerdarmgeschwür auf der Spur

Duodenalulkus, auch Ulcus duodeni oder Zwölffingerdarmgeschwür sind drei Begriffe, die für dieselbe Erkrankung stehen und Betroffenen den Alltag auf Monate und Jahre erschweren. Obwohl die Diagnose vergleichsweise leicht zu stellen und die Ursache schnell erhoben ist, greift nicht bei jedem Patienten der gleiche Therapieansatz. Suchen Sie mit Beschwerden zeitnah einen Facharzt für Gastroenterologie auf, wird dieser Ihnen als Experte für Magen-Darm-Leiden jedoch effektiv helfen können.

Duodenalulkus Symptome und Ursachen

Anatomie Illustration des Magens mit dem Zwölffingerdarm. 3D render Copyright: Nerthuz, Bigstockphoto

 

Ursachen des Duodenalulkus

Wie entsteht das Duodenalulkus?

Als Entzündung im Zwölffingerdarm zählt das Duodenalulkus zwar zu den gutartigen Geschwüren, es bereitet den Betroffenen aber teils starke Schmerzen im Alltag und vor allem im Zusammenhang mit den Mahlzeiten. Die lokalen Entzündungen beschädigen die Schleimhautwände im Zwölffingerdarm und sollten daher durch eine gezielte Therapie eingedämmt werden.

Die Geschwüre basieren bei der Mehrheit der Patienten auf Hypersekretion. Die Hypersekretion beschreibt eine starke Absonderung von Sekreten, in diesem Fall von Magensäure. Die aggressive Säure wirkt bei der Hypersekretion nicht mehr lokal und im Rahmen ihrer vorgesehenen Funktion, sondern flutet quasi den Verdauungstrakt immer wieder und hinterlässt mit der Zeit wachsende Gewebeschäden.

Eine weitere, häufige Ursache, ist die Infektion mit Helicobacter pylori. Dieser Bakterienstamm wird bei rund 80 Prozent aller Patienten festgestellt und verändert die Darmflora negativ. Der Zwölffingerdarm wird anfällig für Entzündungen und am Ende für Geschwüre. Die Erreger werden über die Nahrung aufgenommen und schlummern bei rund 50 Prozent der Menschen im Darmtrakt.

Weitere Ursachen des Duodenalulkus sind Komplikationen bei der medikamentösen Therapie mit Antirheumatika. Enthalten die Mittel gegen Rheuma Glukokortikoide, steigt das Risiko auf Schleimhautentzündungen im Darmtrakt. Hier kann eine Umstellung in der Rheumatherapie für Betroffene notwendig werden.

Auch Nikotin, Alkohol und anhaltender Stress stehen im Verdacht, den Zwölffingerdarm für ein Duodenalulkus empfänglich zu machen. Nicht zuletzt deswegen muss eine wirksame Therapie ganzheitlich ansetzen und sich nicht nur auf eine Symptombekämpfung beschränken.

 

 

Duodenalulkus Symptome

Woran erkennen Sie, dass ein Duodenalulkus vorliegen könnte?

Das klassische Symptom beim Duodenalulkus ist der sogenannte Nüchternschmerz. Haben Sie in den letzten Stunden nichts gegessen, machen sich Schmerzen im Oberbauch bemerkbar. Häufig beschreiben Patienten auch ein Druckgefühl oder leiden an Blähungen und müssen aufstoßen. Überwinden Sie sich und nehmen dennoch etwas Nahrung zu sich, bessern sich die Beschwerden schnell.

Zwölffingerdarm

Magens mit Zwölffingerdarm. 3D render Copyright: Nerthuz, Bigstockphoto

 

Sind die Geschwüre bereits größer beziehungsweise liegt eine akute Entzündungsphase vor, kann die Nahrungsaufnahme nur kurzzeitig eine Linderung verschaffen. Die erste Zeit bessert sich der Abdominalschmerz, doch dann setzen Übelkeit bis hin zu Erbrechen ein. Der Grund: Die Magen-Darm-Funktion ist durch das Duodenalulkus zu stark gestört.

Das fortgeschrittene Duodenalulkus kann eine sogenannte Pylorusstenose als Folgeerkrankung mit sich bringen. Dabei wird der Magenausgang durch die Entzündungsprozesse verengt und der Mageninhalt kann nach einer Mahlzeit nicht ungehindert in den Darm übergehen. Zu viel Druck kann dann zu Blut im Stuhl und körperliche Betätigungen nach dem Essen zum Erbrechen (oft samt Blut) führen.

Zwar können die Beschwerden je nach Patient in unterschiedlicher Intensität auftreten, sie kommen jedoch bei den meisten Betroffenen vor, was dem behandelten Mediziner die Diagnose erleichtert. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die wahrgenommene Intensität steigt, je weiter die Erkrankung fortgeschritten ist.

Der Zeitpunkt, an dem sich Betroffene für eine Erstvorstellung beim Arzt entscheiden, hängt stark von der individuellen Schmerzsensibilität ab. Manche gehen erst, wenn blutiger Stuhl oder Erbrechen einsetzen. Es gilt die Empfehlung, bereits bei leichten, regelmäßigen Schmerzen oder Völlegefühl ohne übermäßige Nahrungsaufnahme zumindest den Hausarzt – besser noch den Gastroenterologen – zu konsultieren.
weiter zum: Test auf Blut im Stuhl

 

 

Diagnose des Zwölffingerdarmgeschwür

Welche Diagnostik erwartet Sie beim Arzt?

Stellen Sie sich mit klassischer Duodenalulkus-Symptomatik beim Mediziner vor, wird dieser im Anamnese-Gespräch gezielte Fragen zu Ihrer Ernährung, Suchtmitteln wie Alkohol und Nikotin und beruflichen sowie privaten Stress stellen. Er befragt Sie zur Häufigkeit und Form des Stuhlgangs und tastet den Bauch ab.

Erhärtet sich der Verdacht auf ein Zwölffingerdarmgeschwür, bitten die meisten Ärzte um eine Stuhlprobe. Diese ist notwendig, damit die Beschaffenheit und bakterielle Zusammensetzung des Stuhls im Labor untersucht werden kann. Sinnvoll ist bei Ernährungsproblemen zudem der Lebensmittelunverträglichkeitstest IGG.

Wichtig für die Diagnostik: Beantworten Sie alle Fragen des Mediziners wahrheitsgemäß, da er vor allem beim Anamnese-Schwerpunkt Ernährung auf Ihre ehrliche Mitarbeit angewiesen ist.

 

Duodenalulkus Behandlung

Medikamentöse Behandlungsmethoden bei Duodenalulkus

Hat die Diagnostik gezeigt, dass Helicobacter pylori den Darm besiedelt haben, wird eine Helicobacter-pylori-Eradikation angesetzt. Dabei handelt es sich um eine Therapie mit Antibiotika, die Sie nach Anweisung des Arztes mindestens für eine Woche einnehmen. Je nach Schwergrad ist auch ein Therapiezeitraum von 14 Tagen nicht ungewöhnlich. Im Anschluss erfolgt ein erneuter Labortest, ob die Bakterien erfolgreich dezimiert werden konnten.

Liegt keine bakterielle Ursache vor beziehungsweise besteht zusätzlich dazu eine Hypersekretion, wird der Arzt Ihnen entweder Protonenpumpenhemmer oder H2-Blocker verschreiben. Beide Medikamentengruppen dienen dazu, die Produktion der Magensäure zu reduzieren und damit die Säurebelastung zu senken. Protonenpumpenhemmer verlangsamen die Magensäureproduktion direkt, während H2-Blocker die Typ-2-Histaminrezeptoren blockieren und über diesen Mechanismus für wenige Magensäure sorgen.

Stichwort Ernährung bei Duodenalulkus

Das Duodenalulkus fordert meistens eine konsequente Ernährungsumstellung. Die Ernährung muss „darmfreundlicher“ werden, was den Verzicht auf verschiedene Substanzen fordert. Alle Nahrungsmittel, die als Krankheitstrigger ermittelt werden, bezeichnet der Arzt als Noxe und wird Sie bitten, diese aus dem Ernährungsplan zu streichen.

Ist das Duodenalulkus bereits fortgeschritten, wird die gezielte Diät mit einer Darmsymbioselenkung kombiniert. Bei dieser Therapiemaßnahme erhalten Sie nicht nur eine gezielte Ernährungsumstellung und Entgiftung, sondern werden zusätzlich mit gesunden Bakterienkulturen versorgt. Diese sollen sich im Darm ansiedeln und das verlorene Gleichgewicht der Darmflora regenerieren.

Liegt ein schwerer, zellulärer Nährstoffmangel vor, wird eine orthomolekulare Therapie erwogen. Dieser Ansatz fußt auf den Erkenntnissen des Biochemikers Linus Pauling. Dabei erhalten Sie regelmäßig Infusionen, bis der Nährstoffhaushalt wieder im Normbereich angekommen ist.

 

Wann muss ein Duodenalulkus operiert werden?

Greifen weder die medikamentöse Therapie noch die Ernährungsumstellung ausreichend und die Beschwerden bleiben bestehen, steht als letzte Möglichkeit eine Operation im Raum. Die konservative Therapie schlägt jedoch bei rund 90 Prozent der Patienten zufriedenstellend an.

Bei der Operation entfernt der Chirurg den betroffenen Darmabschnitt. Das Geschwür ist damit behoben, kann sich jedoch bei unverändertem Risikoverhalten nach einigen Monaten oder Jahren erneut bilden. Die Rezidive müssen dann erneut therapiert werden.

 

Tipps zur Vermeidung des Duodenalulkus

Obgleich die Prognose bei einer konsequenten Therapie sehr günstig ist, sollten Sie im Ideal zu den neun von zehn Erwachsenen gehören, die niemals am Duodenalulkus erkranken. Die effektivste Möglichkeit besteht in der Vermeidung von Risikofaktoren:

1. Verzichten Sie auf Nikotin und konsumieren Sie Alkohol und Kaffee nur in Maßen.
2. Vermeiden Sie Dauerstress im Berufs- und Privatleben.
3. Säurehaltige Lebensmittel wie Zitrusfrüchte sollten nur gelegentlich gegessen werden.
4. Da die Darmschleimhaut bei jedem Menschen individuell auf Lebensmittel reagiert, vertrauen Sie sprichwörtlich auf Ihr Bauchgefühl und streichen Sie die Dinge, nach deren Konsum sich Ihr Darm unwohl fühlt.
5. Eine Infektion mit Helicobacter pylori können Sie nicht vorbeugen, da das Bakterium bei vielen Menschen ganz natürlich im Darm siedelt. Es führt nur dann zu Beschwerden, wenn es sich übermäßig vermehrt.

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinredakteurin

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinredakteurin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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