Bei alkalischen Phosphatasen (AP) handelt es sich um Proteine, die die Phosphatverbindungen im Körper aufspalten. Im Organismus kommen die Isoenzyme in den Knochen, in der Leber, im Dünndarm, in der Plazenta und der Galle vor.

Sie sind Marker für Schäden und Erkrankungen der Organe und Knochen. Ist Ihr AP-Blutwert zu hoch, deutet das auf verschiedene Ursachen hin. Denkbar sind Knochenbrüche, Rachitis, Hepatitis, Schilddrüsenüberfunktionen bis hin zu Metastasen von Darm- und Prostatakrebs in den Knochen.

Fakten zum erhöhten AP Blutwert

  • Ist der AP-Blutwert zu hoch, gibt es verschiedene Ursachen von der Schilddrüsenüberfunktion bis hin zu Knochentumoren.
  • Die alkalischen Phosphatasen sind Marker für Erkrankungen an Knochen, Galle, Leber, Dünndarm und Plazenta.
  • Zu hohe Werte liegen ebenso bei Heranwachsenden, Schwangeren oder im Zuge der Einnahmen verschiedener Medikamente vor.
  • Bei Frauen gelten Werte über 147 Einheiten pro Liter als zu hoch.
  • Erhöhte Messwerte bei Männern beginnen ab einem Maximalnormwert von 175 Einheiten.

Was bedeuten erhöhte Werte der alkalischen Phosphatase?

Bei einem Verdacht Ihres Arztes auf Knochen,- Gallen- Leber- oder Schilddrüsenerkrankungen veranlasst er einen Bluttest.

Der AP-Wert gehört dabei zum Lebercheck. Sind die AP-Blutwerte zu hoch, sucht der Arzt nach der Ursache. Je nach Symptomatik schließt er passende Untersuchungen an. Er veranlasst die Kontrolle weiterer Blutwerte.

Bei Jugendlichen und Kindern sind die Werte für die alkalische Phosphatase im Zuge des Wachstums erhöht. Eine Schwangerschaft führt ebenfalls zu höheren Ergebnissen beim Bluttest.

Eine Reihe weiterer Faktoren beeinflusst den AP-Spiegel im Serum, dazu gehören Medikamente, wie Antidepressiva, Beruhigungsmittel, Antibiotika sowie Mittel gegen Epilepsie und Diabetes. Neben harmlosen Knochenbrüchen oder einer Schilddrüsenüberfunktion stecken teilweise schwerwiegende Krankheiten hinter einem AP-Blutwert, der zu hoch ist.

Ab wann ist der AP-Blutwert zu hoch?

Für Männer und Frauen liegen unterschiedliche Richtwerte für den Normbereich der alkalischen Phosphatasen vor. Je nach Analysemethode und Labor schwanken die Referenzwerte.

Männer weisen in der Regel höhere Werte auf. Der Normwert liegt zwischen 70 und 175 Einheiten pro Liter. Bei Frauen umfasst der Regelbereich 55 bis 147 Einheiten pro Liter. Für Heranwachsende ziehen Labore weitaus höhere Werte heran.

Abhängig vom Alter gilt für Kinder bis 16 Jahre ein Regelwert von 125 bis 300 Einheiten pro Liter. Bei Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr unterscheiden Ärzte noch einmal nach Geschlecht. Für Mädchen liegt der AP-Blutwert bei 38 bis 186 und bei Jungen zwischen 38 und 390 Einheiten pro Liter.

Alkalische Phosphatase (AP-Wert gesamt)

U/l

55-147

70-175

 

Die Tabelle verdeutlicht die AP-Werte für beide Geschlechter:

Geschlecht

Männer

Frauen

minimalster AP-Wert in Einheiten pro Liter (U/l)

70

55

maximaler AP-Wert in Einheiten pro Liter (U/l)

175

147

 

Ursachen des erhöhten AP-Wertes

Für einen zu hohen Anteil an alkalischen Phosphatasen kommen verschiedene Ursachen in Betracht:

  • Schilddrüsenüberfunktion,
  • Rachitis durch zu wenig Vitamin D,
  • Knochenbrüche,
  • tubuläres Nierenversagen (Nierenschwäche),
  • Schäden der Gallenwege (Gallenblasen- oder Gallenwegskrebs, Gallenabflussstörungen),
  • Lebererkrankungen (Leberkrebs, Hepatitis, Leberzirrhose),
  • Akromegalie (Wachstumsstörung),
  • Kortisolüberschuss (Cushing-Syndrom),
  • Knochenkrankheiten (Knochenerweichung, Knochentumore, Morbus Paget) sowie
  • Metastasen von bösartigen Tumoren aus Darm und Prostata in den Knochen.

Weitere ehern harmlose Ursachen für einen erhöhten AP-Wert sind:

  • Wachstumsschübe bei Jugendlichen und Kindern,
  • fortgeschrittene Schwangerschaften sowie
  • Medikamente (Antibiotika, Beruhigungsmittel, Antidepressiva, Antiepileptika, Diabetesarzneien).

Symptome bei erhöhten AP Wert

Die Symptome, die sich zusätzlich zu einem erhöhten Wert der alkalischen Phosphatase zeigen, hängen von der jeweiligen Ursache ab. Eine Schilddrüsenüberfunktion gehört zu den harmloseren Erkrankungen. Hier zeigen sich Symptom, wie Schwellungen, erhöhte Stoffwechselaktivität, Gewichtsverlust, Muskelkrämpfe und veränderter Menstruationszyklus.

Bei Leberschäden wie Hepatitis treten im Anfangsstadium keine Symptome auf, später zeigen sich grippeähnliche Anzeichen, wie Appetitlosigkeit, Fieber, Erbrechen, Oberbauchschmerzen, Übelkeit sowie Muskel- und Gelenkschmerzen. Nach acht Wochen kommt die Gelbsucht hinzu, die Leber reagiert auf Druck. Weitere Anzeichen sind der entfärbte Stuhl sowie Juckreiz.

Ein Mangel an Vitamin D führt zu Kropfbildung, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und weiteren allgemeinen Symptomen. Lähmungen, Schmerzen, Gelenkschwellungen und Hyperkalzämie deuten auf Knochenmetastasen hin.

Folgen eines zu hohen AP-Wertes

Bei Morbus Paget nimmt die alkalische Phosphatase einen hohen Stellenwert in der Diagnose ein. Bei über 85 Prozent der Fälle war der Wert deutlich erhöht [Eastell R. Biochemical markers of bone turnover in Paget’s disease of bone. Bone 1999;24 (Suppl.5):49-50]. Folgen dieser Erkrankung sind spontane Knochenbrüche, Schwindelattacken, Nervenlähmungen und heftige Kopfschmerzen. Früh erkannt, vermindern Ärzte Sekundärkomplikationen.

Bei einer Hepatitis erfolgt eine medikamentöse Therapie. Kommt diese zu spät, hilft nur noch eine Lebertransplantation. Leberkrebs und Leberzirrhose sind die Komplikationen einer Hepatitis. Gestreute Metastasen in den Knochen zerstören deren Struktur. Sie machen diese brüchig. Knochenkrebs führt unbehandelt zum Tod.

Tipps um die alkalische Phosphatase zu normalisieren

Ist Ihr AP-Blutwert zu hoch, untersucht der Arzt Sie auf verschiedene Erkrankungen. Sind Medikamente ursächlich, entscheidet der Mediziner über einen Wechsel des Präparates. Generell gilt eine gesunde Lebensweise ohne Schmerzmittel, Alkohol und Tabak als dienlich. Zudem bewahrt eine ausreichende Vitamin-D-Zufuhr vor einer Rachitis. Regelmäßige Routineuntersuchungen beim Arzt helfen, Erkrankungen im Frühstadium zu erkennen und zu behandeln.

Quellen:

⏲ Letzte Aktualisierung am von Dr. rer. medic. Harald Stephan

Hinweis für unsere Leser

Dieser Artikel ist nach hohen medizinischen Standards verfasst und wurde von einem Medizinredakteur oder Mediziner unserer Reaktion vor Veröffentlichung geprüft.
Unsere Inhalte sind zur Information gedacht. Sie sind kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bitte konsultieren Sie dafür immer einen Arzt.

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