E2-Blutwert – Normwert und erhöhte Werte des Östradiol

Der E2-Blutwert bestimmt den Anteil an Estradiol im Serum

Mediziner bezeichnen den E2-Blutwert als Estradiol, Östradiol oder Estradiolum hemihydricum. Dabei handelt es sich um ein natürliches Geschlechtshormon aus der Gruppe der Östrogene. In synthetischer Form dient es der der Hormon-Ersatztherapie bei Patientinnen mit Östrogenmangel. Frauen bilden das Hormon in den Ovarien, Schwangere in der Plazenta. Männer produzieren Estradiol in den Hoden oder in der Nebennierenrinde.blutwerte einzelwert

 

 

Estradiol, das wichtigste Geschlechtshormon

Das Hormon Östradiol ist das wichtigste weibliche Sexualhormon. Es gehört zur Gruppe der Östrogene. Sie fördern die Entwicklung der weiblichen Geschlechtsmerkmale, das Wachstum der Gebärmutter-Schleimhaut und das Knochenwachstum. Die Hirnanhangsdrüse und der Hypothalamus steuern die Ausschüttung des Hormons, das die Eierstöcke produzieren. Der Arzt bestimmt den E2-Blutwert bei Verdacht auf eine Funktions-Störung der Eierstöcke, bei zu früher oder ausbleibender Pubertät, bei unerfülltem Kinderwunsch sowie zur Kontrolle einer Hormonbehandlung.

 

Die Bildung von Östradiol

Der Körper bildet Estradiol unter dem Einfluss des follikelstimulierenden Hormons in den Graaf-Follikeln des Ovars oder im Gelbkörper, so Prof. Dr. med. Wolfgang Hübl, Universität Wien. Es kommt bei Männern in geringen Mengen in der Nebennierenrinde sowie im Hoden vor. Während einer Schwangerschaft produziert die Plazenta Östrogene. Bei einem hohen Östrogenspiegel ist die Bildung von GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon) im Hypothalamus sowie die Ausschüttung des follikelstimulierenden Hormons im Hypophysen-Vorderlappen unterdrückt.

Das Hormon regt das Wachstum des Uterus und der Gebärmutter an und fördert die Ausbildung der sekundären weiblichen Geschlechts-Merkmale. Ebenso beeinflusst es die Zusammensetzung des Zervixschleims. Das Estradiol hat kardioprotektive Eigenschaften und verhindert Osteoporose.

 

Der zyklische Verlauf des Estradiols

Die Ausschüttung des Hormons durch die Eierstöcke erfolgt nicht gleichmäßig. Sie ist abhängig von der Zyklus-Phase der Frau. Testet der Arzt den E2-Blutwert, achtete er darauf, in welcher Zyklus-Phase die Blutabnahme erfolgt. Im Blut ist die Östradiol-Menge am höchsten kurz vor dem Eisprung und in der Mitte der zweiten Zyklushälfte (Lutealphase) , so Prof. Dr. med. Hübl.

 

Normwerte des E2 im Blut

für Frauen in pg/ml

vor der Pubertät< 20
früh follikulär20–190
präovulatorisch150–350
Lutealphase55–2.120
nach der Menopause< 30
Schwangerschaft, 1. Trimenon300–7.000
Schwangerschaft, 2. Trimenon1.000–17.900
Schwangerschaft, 3. Trimenon4.300–17.600

 

E2-Normwerte für Männer
vor der Pubertät3–7 pg/ml
Erwachsene12–34 pg/ml

 

Warum bestimmt der Arzt den E2-Blutwert?

Die Mediziner bestimmen den Anteil an E2 im Blut:

  • bei Störungen des Menstruations-Zyklus,
  • bei zu früher oder ausbleibender Pubertät,
  • bei Verdacht auf Schwangerschafts-Komplikationen,
  • zur Kontrolle bei einer Hormon-Ersatztherapie,
  • zur Fertilitäts-Diagnostik,
  • zur Tumor-Diagnostik.

 

Was bedeutet ein erhöhter E2-Blutwert?

Die Erhöhung des E2 im Blut hat laut Prof. Dr. med. Hübl verschiedene Ursachen wie:

  • Schwangerschaft,
  • vorzeitige Pubertät des Mädchens,
  • Überdosierung östrogenhaltiger Medikamente,
  • Beginn der Wechseljahre,
  • hormonproduzierende Tumore,
  • Leber-Funktionsstörungen,
  • Nieren-Funktionsstörungen.

 

Welche Bedeutung hat ein niedriger Östradiol-Wert?

Folgende Ursachen hat ein zu niedriger E2-Spiegel:

  • Erkrankungen der Eierstöcke,
  • Veränderungen der Hirnanhangsdrüse,
  • Störungen des Hypothalamus,
  • gestörte Östrogen-Produktion,
  • Einnahme von Ovulations-Hemmern wie die Antibabypille.

 

Östradiol zur Behandlung bei Männern

Estradiol hat als synthetisches Hormon eine wichtige Rolle bei der Fertilität. Die Studie „Estradiol modulates Na+ -dependent HCO3 – transporters altering intracellular pH and ion transport in human Sertoli cells: A role on male fertility?“ von Bernadino RL. et al. untersuchte den Einfluss des Östradiols auf die männliche Fruchtbarkeit. Sie entdeckten einen positiven Effekt des Hormons auf die Spermien-Qualität.

 

Mit dem synthetischen Hormon therapiert der Arzt:

  • einen Östrogenmangel,
  • die Vaginitis und eine trockene Scheide,
  • postmenopausale Leiden,
  • den Juckreiz im Scheiden- und Afterbereich,
  • Beschwerden beim Geschlechtsverkehr,
  • Haut-Erkrankungen.

Weiterhin verringert eine Behandlung mit Estradiol das Knochenbruch-Risiko bei Osteoporose.

 

 

Autorenprofil

Gesundheitsredaktion

Anna Nilsson, Journalistin, und Medizinredakteurin seit 2001, medizinische Angestellte. verfasst medizinjournalistische Artikel unter anderem im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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