Blutausstrich zur mikroskopische Untersuchung von Blut

Blutausstrich Diagnostik und Zellbeobachtung

Der Blutausstrich ist ein labordiagnostisches Verfahren, um Blutzellen und Parasiten im Serum mikroskopisch darzustellen. Der Arzt bringt dazu einen Tropfen EDTA-Blut auf einen Objektträger auf. Er dünnt diesen durch gleichmäßiges Verstreichen mit einer zweiten Glasplatte auf der Unterlage aus. Nach der Trocknung schließt der Arzt verschiedene Färbeschritte an. Im ungefärbten Zustand dient der Blutausstrich dem Nachweis von Parasiten. Durch die Färbung mit sauren oder basischen Farbstoffen differenziert der Arzt die Blutzellen und untersucht diese morphologisch. Das Verfahren dient der Diagnose verschiedener Krankheiten.

Labor Untersuchung Blut Kreatin

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Blutausstrich bewährt sich bei Hämatologien

Die Methode vereinzelt die Zellen des Blutes auf einer Glasplatte, ohne, dass sie sich überlagern. Mit dem Blutausstrich stellen Ärzte Blutzellen und Parasiten im Serum mikroskopisch dar. Der Objektträger durchläuft eine Reihe von Farblösungen, um Zellen und deren Veränderungen zu unterscheiden.

Das Verfahren ist veraltet. Der Hämatologie-Analysen-Automat übernimmt den größten Teil der Labor-Untersuchungen maschinell. Ärzte wenden es an, wenn sie Krankheiten des Blutes untersuchen oder abnorme Zellen vermuten. Gegebenenfalls fordert der Analyse-Automat den Laboranten auf, einen Blutausstrich zur genauen Bestimmung vorzunehmen. Bewährt ist die Methode zur Identifizierung von Anämien, Parasiten und Malaria.

 

Das methodische Verfahren

Der Blutausstrich (englisch: peripheral blood smear) ist ein laborchemisches Verfahren. Es vereinzelt die Zellen des Blutes auf dem Objektträger ohne, dass sie sich überlagern. Der Mediziner identifiziert sie eindeutig unter dem Mikroskop.

Die Methode: Der Arzt gibt einen Blutstropfen auf den Rand des Objektträgers. Ein zweites Glas legt er schräg darüber an, sodass sich der Blutstropfen im spitzen Winkel zwischen den beiden Trägern befindet. Er zieht das Blutserum zügig damit über das unten liegende Glas und verteilt es gleichmäßig darauf. Anschließend trocknet der Objektträger. der Laborant fixiert den Ausstrich mit Alkohol und färbt ihn mit speziellen Farbstoffen. Den getrockneten, gefärbten Blutausstrich untersucht er mikroskopisch auf die Verteilung der Zellen sowie untypische Veränderungen.

Die Teilchen liegen innerhalb des Ausstriches in einem Bereich einschichtig vor. In dieser Zone beurteilt der Arzt Zellformen und Zellen klar. Er entnimmt für diese Methode eine Venenblutprobe, die er mit EDTA (Ethylendiamintetraessigsäure) ungerinnbar macht. Der Blutausstrich erfolgt innerhalb von sechs Stunden nach der Blutentnahme. Die Präparate sind im Anschluss an die Lufttrocknung und Färbung stabil.

 

Das Einfärben des Blutausstrichs

Die Differenzierung der Blutzellen beruht auf dem unterschiedlichen Aufnahme-Verhalten der basischen und sauren Farbstoffe. Zur Aufbereitung von Blutausstrichen existiert eine Reihe von speziellen Färbungen nach:

  • Pappenheim,
  • Giemsa,
  • May-Grünwald,
  • Sato,
  • Lüdin,
  • Ehrlich,
  • Graham-Knoll und

 

Im Differenzial-Blutbild stellt der Blutausstrich basophile Granulozyten bläulich und eosinophile rötlich dar. Große Lymphozyten, Plasmazellen und Monozyten weisen einen bläulich wirkenden Zell-Leib auf. Erythrozyten sind rot, neutrophile Granulozyten farbneutral.

 

Diagnostik mittels Blutausstrich

Mithilfe des Verfahrens stellen Mediziner eine Reihe von Krankheitshinweisen und Anomalien fest. Dazu gehören atypische Erythrozyten (Targetzellen bei Leber-Erkrankungen sowie Eisenmangel-Anämie), Auerstäbchen und Gumprecht’sche Kernschatten bei Leukämie. Hinzu kommen Howell-Jolly-Körperchen nach einer Splenektomie oder Malaria-Erreger.

Ebenso dient der Blutausstrich nach Spezialfärbung der Auffindung und Beurteilung schwer erkennbarer Zellen wie Retikulozyten, Subtypen der Lymphozyten sowie Tumorzellen.

 

Warum fertigt der Arzt einen Blutausstrich an?

Normalerweise bestimmt der Mediziner das Blutbild mit einer Charakterisierung der roten Blutzellen mittels mittlerem Erythrozytenvolumen (MCV) und mittlerem Hämoglobingehalt pro Erythrozyt (MCH). Weitere Methoden sind die Leukozyten-Differenzierung sowie die Bestimmung der Thrombozytenzahl durch einen Hämatologie-Analyse-Automaten.

Ob eine mikroskopische Untersuchung erforderlich ist, liegt im Ermessen des Arztes oder des Laborpersonals. Moderne Hämatologie-Automaten zeigen direkt an, wann ein Blutausstrich die Werte ergänzt. Besondere medizinische Frage-Stellungen sowie die Suche nach Auffälligkeiten oder spezielle Zellformen erfordern eine Überprüfung mithilfe dieser Methode.

 

Welche Krankheiten und Symptome erfordern einen Blutausstrich?

Zunächst nutzt der Laborant das Verfahren, wenn der Hämatologie-Analysen-Automat nicht in der Lage ist, die Leukozyten zu differenzieren.

Weiterhin ist die Methode angebracht bei:

  • Verdacht auf Malaria oder Parasiten,
  • Sichelzellanämie,
  • hämolytisch-urämischem Syndrom mit Suche nach Fragmentozyten,
  • Verdacht auf hämatologisch-onkologische Erkrankungen,
  • hämolytischer Anämie mit Kugelzellen.

 

Was untersucht der Arzt mittels Blutausstrich?

Der Mediziner betrachtet bei der Methode Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten. Rote Blutkörperchen sehen in Größe, Form und Farbe gleich aus. Bei Abweichungen von der Norm beschreibt sie der Mediziner je nach Schwere mit + (wenige abnorme Zellen) bis +++ (überwiegend abnorme Zellen).

Innerhalb des Blutausstriches differenziert der Laborant die weißen Blutkörperchen. Er durchsucht den dünn ausgestrichenen Teil des Objektträgers nach 100 Leukozyten und gibt den Prozentsatz der gefundenen Typen an. Im Gegensatz zum Automaten-Differenzial-Blutbild ist das Verfahren statistisch unsicher. Das Gerät differenziert 10.000 weiße Blutzellen.

Die Zählung der Blutplättchen erfolgt regulär durch den Hämatologie-Automaten. Der Ausstrich lässt eine grobe Abschätzung der Anzahl zu. Er hilft bei einem Verdacht auf Thrombozyten-Aggregate und zur Kontrolle der Form und Größe der Blutplättchen.

 

Trotz maschinellem Blutbild bleibt der Blutausstrich ein wichtiges Labor-Verfahren

Der Hämatologie-Analysen-Automat ersetzt den Blutausstrich bei Routine-Bestimmungen. Er differenziert die Zellen im Blut nach ihrer Beschaffenheit im Laserstreulicht. Zusätzlich gibt er Hinweise auf ihr Verhalten in verschiedenen Puffer-Lösungen. Zur Unterscheidung dienen weiterhin die Fluoreszenz und Lichtabsorption sowie das Verhalten der Zellen in differierenden Stromfeldern.

Allerdings versagen die Automaten im Hinblick auf die Differenzierung verschiedener Reifestufen der Zelltypen. Bei malignen entarteten Zellen sind die augenscheinlichen Unterschiede zur gesunden Zelle geringfügig. Trifft der Automat keine genaue Zuordnung, markiert er die nicht zuzuordnenden Zellen durch den Gerätealarm. Eine Laborkraft nimmt einen Blutausstrich vor, um krankhafte Veränderungen zu entdecken und zu identifizieren. Blutplättchen-Aggregate oder Zellfragmente erfordern ebenfalls einen Ausstrich.

Die Studie „PERIPHERAL BLOOD FILM – A REVIEW“ von AS Adewoyin und B. Nwogoh bestätigt die Wichtigkeit der manuellen Überprüfung des Blutbildes mittels Blutausstrich bei primären und sekundären Hämopathien.

 

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinredakteurin

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinredakteurin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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