Schmerzen hinter dem Ohr – Lähmungen und Nervenschmerz, Ursachen erklärt:

Schmerzen am Ohr – Ursachen und Erkrankungen

Treten zum ersten Mal Schmerzen am Ohr auf, sind vielfältige Ursachen dafür verantwortlich. Zum einen sollten wir die Form des Schmerzes definieren und die Position genauestens lokalisieren. So können Ohrenschmerzen auf eine Entzündung im Kiefer oder in den Zähnen verweisen, aber auch bis in den Nacken und die Schulterblätter ausstrahlen. Werfen Sie einen Blick auf die Nervenbahnen, Lymphknoten und Verbindungen hinter dem Ohr, bekommen wir ein erstes Bild von den möglichen Ursachen der Schmerzen hinter dem Ohr.

 

Was hilft gegen geschwollene Lymphknoten

geschwollene Lymphknoten abtasten / Urheber: alexraths / 123RF

 

Schmerzen am Ohr und geschwollenen Lymphknoten

Direkt hinter dem Ohr sind die Lymphknoten gelegen, die für die Immunabwehr verantwortlich sind. Haben wir zum Beispiel mit einer Immunreaktion zu kämpfen, schwellen in diesem Augenblick die Lymphknoten an. So leiden zum Beispiel Patienten des schweizerischen Drüsenfiebers oder des Ebstein Barr Virus unter diesen symptomatischen Beschwerden. Insbesondere Jugendliche sind von der Erkrankung betroffen, sodass Schmerzen hinterm Ohr oftmals auf

  • Mandelentzündungen,
  • Zahnentzündungen und
  • Atemwegsinfekten hinweisen.

 

Wir wollen den häufigsten Symptomen nachgehen. In den meisten Fällen kommt es in diesem Fall zu schmerzhaften Schwellungen der Lymphknoten direkt hinter dem Ohr. Wobei sich die kleinen Lymphknoten unter der Haut verschieben lassen. Hier sprechen die Ärzte von retroaurikulären Schwellungen, die in den meisten Fällen unbedenklich sind und sich in zwei Wochen von selbst geben.

Sollten die Schwellungen jedoch über drei Wochen anhalten, lassen Sie die Ursachen sicherheitshalber von einem Arzt abklären. Schließlich könnte auch eine ernstzunehmende Ursache hinter den angeschwollenen Lymphknoten stecken. Hier können Sie nur über spezifische Therapien diese Schwellungen in den Griff bekommen und sollten der Basis der Entzündung nachgehen, um eine langwierige Verbesserung des Zustands zu erzielen.

 

Wie Ärzte behandeln Schwellungen hinterm Ohr?

Handelt es sich wirklich um eine Lymphknotenschwellung, helfen in den meisten Fällen Iboprofen. Diese Medikamente und Tabletten können nach Schmerzbedarf und Belastung eingenommen werden und gehen entschieden gegen

  • Viren,
  • Parasiten,
  • Pilze und
  • Bakterien vor.

 

Einige der Stoffwechselerkrankungen können auch auf die lymphatischen Systeme übergehen. Aber auch bösartige Erkrankungen wie Krebs sind ein ernsthafter Verursacher der Schwellungen. Im Gegensatz zu den gewöhnlichen und ungefährlichen Schwellungen der Lymphknoten treten maligne Lymphknotenschwellungen auf.

 

Zudem lassen sich diese Schwellungen auch nicht beliebig verschieben und gehen mit stärkeren Schmerzen einher. Selbst wenn Druck auf die umliegenden Partien neben den Schwellungen ausgeübt wird, strahlen die Schmerzen bis in den Kopf aus. Die Therapien und Behandlungen vielen primär auf die Entfernung der Primärtumore und eine anschließende Chemotherapie, um eine weitere Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern.

Die häufigsten Ursachen der Schmerzen hinterm Ohr führen uns auf die Muskeln und Verspannungen im Hals und Nacken. Zumeist lassen sich diese Formen der Verspannungen als Verhärtungen ertasten. In diesem Fall fällt Ihnen das Neigen und Bewegen des Kopfes sehr schwer. In einigen Fällen ziehen die Schwellungen eine Steifheit in der Kiefermuskulatur nach sich. Das mag wohl ein Grund sein, warum sie in dieser Region Schmerzen verspüren.

Hier verschaffen ganz leichte Dehnungsübungen und eine Massage der Muskulatur Entspannung. Dennoch sollte sie es nicht übertreiben und bei starken Schmerzen unbedingt zum Arzt gehen. Dieser wird eine Physiotherapie veranlassen und gemeinsam mit Ibuprofen in den Schwellungen und Schmerzen entgegenwirken. In den häufigsten Fällen erreichen Muskelrelaxantien die größten Erfolgsprognosen.

 

Schwellungen hinterm Ohr und Zahnschmerzen

Insbesondere wenn sich die Weisheitszähne entzündet haben, werden sie dies zumeist nicht durch direkte Schmerzen des Zahns bemerken, sondern durch eine Immobilität im Kiefer und Schwellungen hinterm Ohr. Sind Sie noch in Besitz Ihrer Weisheitszähne, lassen Sie diese regelmäßig von einem Zahnarzt untersuchen. Er wird den richtigen Zeitpunkt für das Ziehen empfehlen. Doch auch die starken Backenzähne können solch eine Entzündung hervorrufen und bis hinter das Ohr ausstrahlen.

In extremen Fällen kommt es zu Schwellungen, die hinterm Ohr ansetzen und sich über die gesamte Wange erstrecken. Da der Entzündungsherd zumeist mit innen-liegendem Eiter einhergeht, steigen die Schmerzen unaufhörlich, sodass nur das Entfernen des Zahns und eine Antibiotikabehandlung weiterhelfen. Außerdem sind oftmals auch Kieferschmerzen in den muskulären und knöchernen Strukturen an den Schwellungen schuld.

 

Schilddrüsenerkrankungen und Schmerzen hinter dem Ohr

Untersuchung beim Arzt – Urheber: alexraths / 123RF

Treten neben Schwellungen auch Schmerzen hinter dem Ohr auf, kann in seltenen Fällen eine Schilddrüsenerkrankung vorliegen. Wobei neben den ungewöhnlichen Schwellungen und Schmerzen hinterm Ohr

  • Fieber,
  • Müdigkeit,
  • Schmerzen an der Schilddrüse und
  • Kopfschmerzen bei einer Erkrankung auftreten.

Um diesen Infekt in den Griff zu bekommen, sollten Sie sich auf jeden Fall in ärztliche Behandlung begeben und sich Iboprofen verschreiben lassen. Ihr Hausarzt wird sie zumeist zu einem HNO- oder Zahnarzt schicken, der eine konkrete Diagnose durchführt.

 

Nervenschmerzen hinter dem Ohr

Werfen wir einen genauen Blick hinter das Ohr, werden feinste, verzweigte Nervenverästelungen deutlich. So verursachen Erkrankungen, wie zum Beispiel die Gürtelrose oder Post Zoster Neuralgie, symptomatische Nervenschmerzen, die zu einer Ausdehnung dieser Nerven führen. Aber auch im Zusammenhang mit Diabetes sind diese Symptome geläufig. Hier kann nur eine ursächliche Therapie eine wirkliche Verbesserung erzielen.

 

Anzeichen einer Gesichtslähmung nach Schmerzen hinter dem Ohr

Der Berufsverband Deutscher Neurologen verweist bei den Schmerzen hinterm Ohr auf eine bevorstehende Gesichtslähmung, und einen akut gefährlichen Zustand, der ernsthafte Ursachen hat. Die Patienten selbst empfinden die Gesichtslähmung als äußerst dramatisch und stellen in diesem Zusammenhang oftmals stechende Schmerzen hinter dem Ohr als erste Anzeichen fest.

 

Im Nachhinein hängen die Mundwinkel herab und es kommt in diesem Zusammenhang zu der Lähmung der Gesichtsmuskulatur. Aber auch die Augenpartie ist von dieser Lähmung betroffen und lässt sich nicht mehr vollständig schließen. Das beeinträchtigt den Tränenfluss, den Speichelfluss und das Gehör. In den häufigsten Fällen führt eine Gesichtslähmung auf die Funktionsstörung eines Nervs des Gesichtsmuskels. Wir haben es mit einem vorübergehenden Phänomen zu tun, das in Verbindung mit einer Nervenstörung steht.

 

Ernsthafte Ursachen von Schmerzen hinterm Ohr

Aber auch Herpesviren können dafür verantwortlich sein, wie zum Beispiel eine Infektion mit Borrelien nach einem Zeckenbiss. Ernsthafte Erkrankungen stehen in Verbindung mit einem Gehirntumor und Schlaganfällen, die diese Lähmungserscheinungen hervorrufen und das Auftreten von Diabetes und Bluthochdruck begünstigen.

Zumeist sind Stress und Belastung für Patienten ein Auslöser für die Ohrenschmerzen und die damit einhergehende Gesichtslähmung. Warten Sie keinen Moment mehr und suchen Sie sofort einen Arzt auf, der eine Notfallbehandlung einleiten kann. Auch hier werden zumeist Schmerzmedikamente und Cortison verschrieben, um der eigentlichen Ursache auf den Grund zu gehen.

 

Fazit

Wie Sie gesehen haben, können Schmerzen hinterm Ohr eine ganze Bandbreite unterschiedlicher Ursachen haben. Häufig handelt es sich um vollkommen harmlose Beschwerden, die innerhalb der nächsten Tage abklingen. Ob Schwellungen der Lymphknoten, Infektionen, Gesichtslähmungen, Weisheitszähne, Zahnentzündungen, Nervenentzündungen, Infekt oder Pilzbefall: Wir raten Ihnen auf jeden Fall ungewöhnliche Schmerzen hinterm Ohr vom Facharzt abklären zu lassen.

 

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinredakteurin

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinredakteurin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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