Wie geht der Cannabis Entzug – Welche Entzugserscheinungen treten auf

Die Diskussion um eine Legalisierung von Cannabis-Produkten entfacht in Deutschland immer wieder von neuem auf.

Cannabis sei im Vergleich zu der gesellschaftlich anerkannten Droge Alkohol eher harmlos, habe wenig bis gar keine Entzugserscheinungen sagen Befürworter. Doch ist das tatsächlich so?

Unser Artikel zeigt alle Fakten zum Cannabis Entzug und bietet Betroffenen Infos wie Cannabis abhängig macht und wie Du mit Kiffen aufhören kannst.

Cannabis Entzug Symptome, Dauer

Mit Kiffen aufhören- das musst Du wissen:

Cannabis hat eine entspannende Wirkung. Viele Konsumenten geben an, das Kraut nur vor dem Schlafengehen zu rauchen. Sie können jederzeit aufhören. Wahrheit oder Selbstbetrug?

Mit welchen Symptomen müssen Betroffene rechnen, wenn sie einen Cannabis Entzug angehen möchten? Welche Entzugserscheinungen sind häufig, welche selten?

Cannabis Entzug Symptome – Faktenblock:

  • Cannabis kann entgegen vieler Behauptungen körperlich und psychisch abhängig machen
  • Die körperlichen Entzugserscheinungen bei einem Cannabis Entzug sind zwar unangenehm, stellen aber keine gesundheitliche Gefahr dar
  • Gerade wenn unangenehme Emotionen mit Cannabis unterdrückt werden, ist die Gefahr der Abhängigkeit groß
  • Drogenberatungsstellen können bei einem Cannabis Entzug unterstützen
  • Psychische Entzugserscheinungen sind meist langwieriger und schwerer zu erkennen, als körperliche Cannabis Entzug Symptome

 

Macht Cannabis abhängig?

Geht es um die Frage nach der Legalisierung von Cannabis wird häufig das Argument der Befürworter in den Raum geworfen, die Pflanze mit der berauschend, beruhigenden Wirkung sei harmlos und würde nicht abhängig machen.

Tatsächlich stimmt es, dass viele Menschen, die Cannabis ausprobieren den Konsum nach einer gewissen Zeit problemlos einstellen können. Tatsächlich gibt es Konsumenten, die täglich „Gras“ rauchen oder wie der Volksmund sagt: „Kiffen“ ohne die Kriterien, die eine Abhängigkeitserkrankung beschreiben, zu erfüllen.

Kriterien für eine Abhängigkeitserkrankung:

Ärzte und andere Heilberufe bedienen sich einem anerkannten Diagnoseschlüssel, der Krankheiten beschreibt, dem sogenannten ICD-10-Schlüssel. „ICD“ steht hierbei für den internationalen Begriff „International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems“, die Zahl „10“ für die Anzahl der Überarbeitungen.

Auch Abhängigkeitserkrankungen werden im ICD-10 mit folgenden Kriterien beschrieben:

  • Betroffene verspüren einen starken Wunsch, eine bestimmte Substanz zu konsumieren
  • Beginn, Ende und Menge des Konsums können gar nicht oder nur bedingt kontrolliert werden
  • Beim Absetzen der Substanz weisen Betroffene körperliche Entzugssymptome auf
  • Betroffene versuchen, Entzugssymptome mit anderen Substanzen erträglicher zu machen
  • Betroffene benötigen mit der Zeit eine steigende Menge der Substanz, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Fachleute nennen diesen Prozess „Substanztoleranz“.
  • Hobbys, soziale Kontakte und Pflichten werden zu Gunsten des Konsums vernachlässigt
  • Der Konsum der Substanz wird beibehalten, auch wenn Betroffene die schädigende Wirkung selbst erkennen
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Cannabis Abhängigkeit

Die Diagnose „Abhängigkeit“ kann bei unterschiedlichen Rauschmitteln gestellt werden. Wie bereits erwähnt kann es sein, dass Menschen Cannabis konsumieren ohne auch nur ein Kriterium der Abhängigkeit zu erfüllen.

Lediglich eine Minderheit der Cannabiskonsumenten entwickelt tatsächlich Abhängigkeitssymptome, die eine Abhängigkeitsdiagnose zur Folge haben. Auch wenn das „Gras“ täglich geraucht wird, ist das kein Indiz dafür, dass eine Abhängigkeit besteht oder entstehen kann.

Die Gefahr einer drohenden Abhängigkeit sollte jedoch ähnlich wie beim Alkohol nicht bagatellisiert werden, denn: Eine Abhängigkeit schränkt Betroffene in ihrer Lebensqualität und Alltagskompetenz massiv ein.

Das Leben dreht sich um die Frage nach dem nächsten Rausch, nach einem „Mehr“ an Cannabis und einer zuverlässigen Quelle zur Beschaffung. Abhängigkeitssymptome bei Cannabis sind häufig nicht so offensichtlich wie bei anderen Drogen, Substanzen oder (legalen) Rauschmitteln.

Oftmals wissen Betroffene selbst nicht, ob ihre Kontaktscheu oder die depressiven Phasen bereits vor dem ersten Kiffen vorhanden waren, oder nicht.

Doch gerade, wenn Cannabiskonsum ein Mittel ist, um unangenehme Gefühle, Lebenssituationen oder Erinnerungen zu verdrängen oder einzudämmen besteht eine große Gefahr, in eine Abhängigkeit zu rutschen. Konsumenten, die „fest im Leben stehen“ haben dagegen nicht so eine große Gefahr, abhängig zu werden.

Eine akute emotionale Krise kann diesen Zustand der vermeintlichen Sicherheit jedoch verändern.

Ein wesentliches Kriterium für eine Abhängigkeitserkrankung ist der Kontrollverlust darüber, wann und wie viel Cannabis konsumiert wird. Können Betroffene diesen Impulsen nicht nachgeben, zeigen sich Entzugserscheinungen.

Die Cannabis Entzug Symptome – Entzugerscheinungen

Doch wie äußern sich Entzugserscheinungen bei Cannabis Entzug? Welche Symptome zeigen Betroffene und wie können Außenstehende oder nahe stehende Personen erkennen, ob das beobachtete Verhalten auf Entzugserscheinungen zurückzuführen ist?

Konsumenten, die unter den Symptomen eines Cannabis Entzugs leiden, empfinden diese Entzugserscheinungen als sehr unangenehm. Cannabis Entzug Symptome sind sehr vielseitig und individuell unterschiedlich.

Mögliche Entzugserscheinungen bei einem Cannabis Entzug können sein:

  • Appetitlosigkeit oder verminderter Appetit
  • körperliche und innerlich empfundene Unruhe
  • Schlafstörungen und Schlaflosigkeit (vor allem, wenn Cannabis bevorzugt vor dem Einschlafen konsumiert wurde)
  • real wirkende, wirre Träume
  • aggressives Verhalten
  • Angstzustände
  • Depression oder depressive Phasen
  • Zittern der Muskeln
  • Nachtschweiß oder vermehrtes Schwitzen
  • erhöhte Temperatur oder Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Probleme des Verdauungstraktes wie Durchfall, Erbrechen, Übelkeit und Magenverstimmungen

Die Cannabis Entzugs Symptome können gleichzeitig oder vereinzelt auftreten und leicht mit einem akuten Infekt verwechselt werden. Tatsächlich sind sie jedoch ein Zeichen dafür, dass der Organismus des Betroffenen sich bereits daran gewöhnt hat, Cannabis in einer bestimmten Menge zu konsumieren.

Wird dem Organismus der Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (kurz: THC) nicht zugeführt, reagiert er mit entsprechenden Entzugserscheinungen, unter denen die Betroffenen dann leiden. Die Symptome des Cannabis Entzugs machen auf eine körperliche Abhängigkeit aufmerksam und sollten von Betroffenen ernst genommen werden.

Gerade Betroffene, die über einen längeren Zeitraum täglich Cannabis konsumieren, zeigen häufiger Entzugserscheinungen als Gelegenheitskiffer.

Zwar können Entzugserscheinungen bei Cannabis Entzug ähnlich sein, wie bei Opiat- oder Alkoholabhängigkeit, aber im Normalfall werden sie als deutlich erträglicher beschrieben und wahrgenommen. Unangenehm und belastend sind sie trotzdem. Vor allem dann, wenn Betroffene bisher der Meinung waren, nicht abhängig zu sein und die auf einen Cannabis Entzug zurückzuführenden Symptome nicht einordnen können.

Haben Betroffene die Entzugserscheinungen als solche erkannt, hilft vielen das Wissen, dass diese vorerst vorübergehend sind: Cannabis Entzug Symptome treten meist 24 bis 40 Stunden nach dem letzten Joint auf und verschwinden nach spätestens 14 Tagen wieder. Der körperliche Entzug ist dann überstanden.

Anders als bei Symptomen bei einer Alkohol Entgiftung zum Beispiel, sind Entzugserscheinungen bei Cannabis Entzug nicht lebensbedrohlich oder eine Gefahr für die Gesundheit des Betroffenen. Unangenehm sind sie jedoch trotzdem.

Weitere Entzugserscheinungen, die neben körperlichen Symptomen auftreten können, sind Entzugserscheinungen die auf eine psychische Abhängigkeit hinweisen. Hierzu zählt vor allem das starke Bedürfnis erneut Cannabis zu konsumieren, auch wenn der körperliche Cannabis Entzug bereits überwunden ist.

Psychische Abhängigkeit bei Cannabis Konsum – Entzugssymptome

Psychische Entzugserscheinungen bei Cannabis Entzug sind anders als bei vielen anderen Drogen häufig vorerst uneindeutig. Konsumenten können nicht zweifelsfrei ausschließen, dass psychische Probleme wie depressive Phasen nicht bereits vor dem ersten Joint dagewesen sind.

Auch Kontaktscheu oder Probleme, stabile zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen und aufrecht zu erhalten, sind bei einer psychischen Abhängigkeit meist schleichend.

Gerade bei Cannabis Konsum kommt für Betroffene erschwerend hinzu, dass die Substanz dazu genutzt wird, schwierige Alltagssituationen, zwischenmenschliche Herausforderungen, empfundene Krisen und emotionale Belastung durch das Kiffen auszublenden.

Geschieht das regelmäßig, ist die Gefahr einer körperlichen und psychischen Abhängigkeit groß. Der Konsum der Droge wird als Konfliktbewältigungsstrategie in das individuelle Handlungsrepertoire aufgenommen. Ist Cannabis erst einmal ein wesentlicher Bestandteil der Alltagsbewältigung fällt es Betroffenen immer schwerer, sich ein Leben ohne Cannabis vorzustellen.

Die Entzugserscheinungen nach einem Cannabis Entzug halten auch dann noch an, wenn der körperliche Entzug erst einmal überwunden ist. Die psychische Instabilität nimmt zu und ist ein wesentliches Cannabis Entzug Symptom, dass auf eine psychische Abhängigkeit hinweist.

Wie groß ist das Risiko einer Abhängigkeit?

Gerade Gelegenheitskiffer, die keinerlei Entzugserscheinungen aufweisen fragen sich, wie groß das Risiko einer Abhängigkeit ist. Tendenzen zu Abhängigkeitserkrankungen sind individuell und können sich im Laufe der Sozialisation oder des alltäglichen Lebens verändern. Wer Cannabis Entzug Symptome und einer Abhängigkeit vorbeugen möchte, sollte besser ganz auf die Substanz verzichten.

Tatsächlich können Risikofaktoren definiert werden, die die Gefahr ansteigen lassen, in eine Cannabis Abhängigkeit zu rutschten und unter Symptomen bei einem Cannabis Entzug zu leiden.

Hierzu zählen unter anderem:

  1. kritische Lebensereignisse (Ende einer Partnerschaft, Tod eines nahe stehenden Menschen, familiäre Konflikte, unerwartete Arbeitslosigkeit, Schulden)
  2. mangelnde soziale Unterstützung von Familien, Freunden oder Bekannten und Kollegen
  3. labile psychische Gesundheit, Neigung zu depressiven Episoden (auch ohne Cannabis)
  4. Freunde, die ebenfalls Cannabis oder andere Drogen konsumieren (legal und illegal)
  5. früher Erstkontakt mit Cannabis (16 Jahre und jünger)
  6. empfundene Perspektivlosigkeit (keine Arbeit/Ausbildung, Probleme in der Schule, keine Erfolgserlebnisse, fehlende Hobbys)

Kommen mehrere dieser Risikofaktoren zusammen ist die Gefahr groß, eine massive psychische Abhängigkeit zu entwickeln. Cannabis Entzug Symptome sind dann nicht nur rein körperlich, sondern auch psychisch.

Dies kann Betroffene in schwere depressive Zustände versetzen und wird als sehr unangenehm wahrgenommen. Konsumenten mit einer hohen psychischen Abhängigkeit haben nach einem erfolgreichen körperlichen Entzug eine größere Gefahr, erneut Cannabis zu konsumieren.

Woran erkennt man eine Cannabis Abhängigkeit?

Viele Abnhängigkeitsbetroffene wollen sich eines nicht eingestehen: Eine Abhängigkeit, egal ob rein körperlich oder auch psychisch, stellt eine enorme Einschränkung und Minderung in der Lebensqualität und Alltagskompetenz dar.

Aufgaben, die Nicht-Abhängige im Handumdrehen erledigen, fallen Suchtkranken ohne ihre präferierte Substanz schwer. Im Alltagsmittelpunkt steht der Konsum und das Beschaffen von Cannabis.

Wenn Kiffen immer mehr zum Thema wird, stellt sich die Frage nach einer Abhängigkeit häufiger. Fragen die sich Betroffene selbst oder auch Angehörige in einem Gespräch mit Betroffenen ehrlich stellen sollten sind unter anderem:

  • Welche Bedeutung hat Cannabis in meinem Leben?
  • Wenn es morgen keinen Cannabis mehr gibt, den ich konsumieren kann, was würde sich in meinem Leben ändern?
  • Macht mir der Gedanke, keinen Cannabis mehr zu konsumieren Angst?
  • Was weiß ich über die körperlichen Auswirkungen meines Konsums?
  • Merke ich Entzugserscheinungen, wenn ich längere Zeit keinen Cannabis konsumiert habe?
  • Bin ich oft traurig und antriebslos? Wenn ja, greife ich dann zu Cannabis?
  • Wie gehe ich mit starken Emotionen um? Kann ich diese immer benennen?

Im Zweifelsfall besteht die Möglichkeit auch für Angehörige, sich in einer Drogenberatungsstelle beraten zu lassen. Zu späteren Gesprächen kann dann auch der Betroffene selbst mitkommen.

Kiffen aufhören – und den Cannabis Entzug angehen – aber wie?

Entscheiden sich Betroffene, mit dem Kiffen aufzuhören, ist es möglich, einen Cannabis Entzug selbst durchzuführen, da die körperlichen Entzugserscheinungen keine Gefahr für die Gesundheit darstellen.

Zwar können sie auch als unangenehm empfunden werden, die Gewissheit, dass sich diese Symptome wieder legen, hilft hingegen vielen Aufhörwilligen.

Der Cannabis Entzug nach langem, täglichen Konsum kann jedoch eine Herausforderung sein: Meist kommen körperliche und psychische Symptome zusammen. Das Verlagen nach dem Gras und seiner entspannenden Wirkung wird größer.

Um den Konsum von Cannabis zu beenden kann es hilfreich sein, wenn Betroffene sich selbst eine Art Plan erstellen und diesen konsequent umsetzen. Hierbei ist es wichtig, eine innere Vision von einem cannabisfreien Leben zu haben.

Selbst ein einziger Rückfall hat zur Folge, dass der Cannabis Entzug von neuem begonnen werden muss.

Erste Schritte für diesen Plan können sein:

– Sich einen Termin setzen:
Wie beim Aufhören mit dem Rauchen auch, ist das Setzen eines festen Termins sinnvoll. Dieser Termin kann später dazu dienen, stolz auf die immer länger werdende Phase der Abstinenz zurück zu blicken. Um den Termin dann ernst zu nehmen kann es helfen, Freunde und Familie einzuweihen und von dem eigenen Vorhaben zu berichtet, ab Tag X ohne Cannabis zu leben.

– Schlüsselreize und Rückfälle vermeiden
Gerade Cannabis hat die Tücke, dass der Konsum meist mit bestimmten Ritualen einher geht: Bei einem Film, nach dem Essen oder vor dem Schlafengehen gehört das Kiffen dazu? Ein erster Schritt kann sein, Reste zu vernichten und nötige Utensilien aus dem Haushalt und dem gewohnten Lebensumfeld abzuschaffen. Die Versuchung ist dann zwar gegeben, der große Aufwand, alles neu zu beschaffen, stellt jedoch eine größere Hürde dar.

– Herausforderungen annehmen:
Ein Cannabis Entzug kann mit starken Symptomen einher gehen. Wichtig ist es, sich auf Cannabis Entzug Symptome einzustellen.

– Alternativverhalten integrieren
Sport statt Kiffen, gesunde Ernährung statt Junkfood und Gras. Alternativverhalten kann verhindern, dass Schlüsselreize überhaupt angetriggert werden. Rückfälle können so vermieden werden

Hier weiter: Schritt für Schritt Anleitung Canabis Entzug

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weiterlesen:

Quellen und Literatur:

 Robert C. Clarke & Mark D. Merlin: Cannabis. Evolution and Ethnobotany
 V. Castranova, D. G. Frazer, L. K. Manley, R. D. Dey: Pulmonary alterations associated with inhalation of occupational and environmental irritants.

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