Blutwerte bei Borreliose durch Zeckenbiss

Auffällige Blutwerte bei Borreliose

Bei der Borreliose handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die eine spezielle Bakteriengattung verursacht. Ihr Name lautet Borrelia und ursprünglich stammen sie aus der Gruppe der Spirochäten. Gelangen die Erreger in den Körper, lösen sie bei Menschen und Tieren gleichermaßen gesundheitliche Komplikationen aus. Vorrangig die Zecken übertragen die Borrelien.

Während sie Blut saugen, füllen sie gleichzeitig einen Teil ihrer Körperflüssigkeit zwecks Osmose in den Wirt. Dabei verteilen sich die Erreger im Organismus. Um sie nachweisen zu können, entnehmen die Ärzte den Patienten eine Blutprobe. Zu den charakteristischen Blutwerten bei Borreliose zählen IgM und IgG. Zeigen sich die Marker in der Probe, beginnen die Mediziner mit der Behandlung, um Folgeschäden zu vermeiden.

 

Blutwerte bei Borreliose

Blutwerte Labor Urheber: 123RF

 

Was ist eine Borreliose?

Speziell in der Sommerzeit steigt das Risiko eines Zeckenbisses und damit auch die Wahrscheinlichkeit, an Borreliose zu erkranken. Ob eine Infektion vorliegt, zeigt ein Labortest, der die Blutwerte bei Borreliose untersucht. Zunächst stellt sich jedoch die Frage, welche gesundheitlichen Gefährdungen mit der Erkrankung einhergehen. Borrelien lösen die Krankheit aus, wobei verschiedene Arten der Bakterien existieren. In Deutschland erlangte die Form „Borrelia burgdorferi“ Bekanntheit. Infizieren sich die Verbraucher mit den Erregern, leiden sie unter der Lyme-Borreliose.

 

In der Regel besitzen die Schädlinge eine längliche Form. Kommt es jedoch zu einer Stressreaktion, verändern sie ihr Äußeres. Das belegt die Studie: „Formation and cultivation of Borrelia burgdorferi spheroplast-L-form variants“. Die aus dem Jahr 1996 stammende Publikation veröffentlichten Mursic VP et al. Im Regelfall verursachen wenige Prozent der Zeckenbisse zu einer Infektion mit der Borreliose.

Davon stellt nicht jede Erkrankung die Lyme-Borreliose dar. Das erste Anzeichen der Krankheit zeigt sich in einer charakteristischen Rötung, die kreisförmig um den Zeckenstich liegt. Das ringförmige Gebilde wandert im Laufe der Zeit nach außen. Daher bezeichnen die Mediziner das Phänomen als Erythema migrans, was übersetzt „wandernde Röte“ bedeutet. Bereits in diesem Stadium besteht die Möglichkeit, die veränderten Blutwerte bei Borreliose nachzuweisen.

Blutwerte bei Borreliose

Zecken Flüssigkeitsüberträger mit Borrellien als Ursache für Borreliose /Urheber: schan / 123RF

In der zweiten Phase der Infektion treten die ersten Entzündungsmerkmale auf. Sie betreffen unterschiedliche Organe. Beispielsweise wandern die Bakterien in die Muskeln oder in das Zentrale Nervensystem. Die Patienten bemerken in dem Fall brennende Schmerzen in den Extremitäten. Zusätzlich kommt es zu Lähmungen oder Gefühlsstörungen. Suchen die Betroffenen keinen Arzt auf, verschlimmern sich die Symptome unter Umständen. Mehrere Jahre nach dem Zeckenbiss treten weitere Krankheitszeichen auf, zu denen Gelenkentzündungen gehören. Diese bezeichnen die Ärzte als Lyme-Arthritis.

Des Weiteren entstehen Schwellungen oder trockene Stellen auf der Haut. Der Fachbegriff dafür lautet Acrodermatitis chronica atrophicans. Unter den Folgen leiden die Personen, die auf eine Antibiotika-Behandlung im ersten Stadium der Erkrankung verzichten. Um die Therapie zu beginnen, spielen die Blutwerte bei Borreliose eine wesentliche Rolle.

 

Welche Borreliose-Blutwerte stehen im Mittelpunkt?

Dringen die Borrelien in den Organismus, sorgen die körpereigenen Abwehrstoffe für die Bildung von Antikörpern. Die Abwehrstoffe zählen zu den Klassen Immunglobulin M und Immunglobulin G. Die Abkürzungen für die Borreliose-Blutwerte lauten IgM und IgG. Erstere befinden sich im Körper, sofern eine frische Infektion auftritt. Die Ärzte erkennen sie im Anfangsstadium der Erkrankung. Bleibt diese längere Zeit unentdeckt, entstehen die IgG-Antikörper.

 

Die IgM-Antikörper verbleiben bis zu sechs Monate im Blut. Danach besteht keine Möglichkeit, diese Blutwerte der Borreliose nachzuweisen. Im Gegensatz dazu präsentieren sich die Antikörper der Gruppe Immunglobulin G über mehrere Jahre im menschlichen Organismus. Bemerken die Mediziner die Blutwerte, weisen sie nicht auf eine akute Infektion hin. Sie belegen ausschließlich, dass sich das Immunsystem einmal gegen eindringende Erreger wehrte. Befürchten die Betroffenen ein länger zurückliegendes Eindringen der Borrelien, achten sie auf Spätfolgen der Borreliose. Dazu gehören:

  • Herzrhythmusstörungen,
  • Gliederschmerzen,
  • Nervenschmerzen,
  • temporäre Taubheitsgefühle
  • und eine Beeinträchtigung der Sinne.

 

Bemerken die Patienten die ringförmige Rötung um den Zeckenbiss, zeigt der Antikörpertest unter Umständen ein unauffälliges Ergebnis. Das heißt jedoch nicht, dass keine Infektion vorliegt. Im Zweifelsfall führt der Mediziner die Blutuntersuchung ein weiteres Mal durch. Hierbei spielt ein zeitlicher Abstand von zwei bis drei Wochen eine bedeutende Rolle. Abhängig vom Ergebnis des Tests entscheidet der Hausarzt, welche Therapie zum Einsatz kommt.

Der Suchtest zum Borreliose-Nachweis

Um die Erkrankung nachzuweisen, stehen die Borreliose-Blutwerte im Mittelpunkt. Zu den Untersuchungen zählen die Maßnahmen „LIA“ und „ELISA“. Ersteres bezeichnet die Lumineszenz-Immunoassay, Letzteres steht für Enzyme-linked Immunosorbent Assay. Beide Suchtests geben Auskunft darüber, ob die Antikörper im Blut existieren. Zeigen sich die Blutwerte der Borreliose, spricht der Arzt von einem positiven Ergebnis. Dieses besagt, dass der Organismus Kontakt mit den Erregern aufnahm.

In der Regel erweist sich der Antikörpernachweis bei erst kürzlich erkrankten Patienten als negativ. Das trifft ebenfalls zu, wenn bereits sichtbare Hautrötungen entstehen. Im zweiten Stadium der Krankheit finden die Ärzte unter Umständen noch IgM-Antikörper im Serum. Leiden die Betroffenen an neurologischen Anzeichen, nimmt der Hausarzt eine Untersuchung des Hirnwassers vor. Auch dieses kontrolliert er auf Antikörper, wobei er sie mit den Blutwerten vergleicht.

 

Liegt ein positiver Suchtest vor, kommt es in der Regel zu einer weiteren Blutuntersuchung. Dieser heißt in der Fachsprache „Immunoblot“ oder „Western Blot“. Durch das Verfahren bestimmt das Labor die Antikörper exakter. In einigen Fällen treten auch bei mehreren Blutuntersuchungen keine eindeutigen Resultate auf. Bemerken die Patienten dennoch Symptome, die auf die Borreliose hindeuten, teilen sie sich ihrem Arzt mit. Er versucht herauszufinden, ob andere Ursachen für die Krankheitszeichen infrage kommen.

 

Wichtige Empfehlungen für die Patienten

Erhalten Sie die Bestätigung, dass Sie an Borreliose leiden, steht die Behandlung der Krankheit im Vordergrund. In den ersten Wochen nach dem Biss nehmen Sie Antibiotika ein. Sie vernichten die Bakterien und beugen gesundheitlichen Komplikationen effektiv vor. Bleibt die Erkrankung über längere Zeit unentdeckt, verkompliziert dies die Therapie. Sie benötigen in dem Fall mehrere Antibiotikagaben. Oftmals besteht die Notwendigkeit einer Infusion. Litten Sie bereits einmal an Borreliose, treffen Sie vorbeugende Maßnahmen, um eine weitere Infektion zu vermeiden. Dafür schützen Sie Ihren Körper vor Zeckenbisse.

 

Die Schädlinge leben vorrangig in hohen Gräsern und lauern dort auf ihren Wirt. Wandern Sie in der freien Natur, bedecken Sie Ihre Haut mit dicker Kleidung. Speziell lange Hosen erhalten bei einer Wanderung einen hohen Stellenwert. Zudem bewährt es sich, strukturfreie Kleidungsstücke zu wählen. Dadurch verhindern Sie, dass die Zecken mit den Beinen am Stoff hängen bleiben. Des Weiteren benutzen Sie Zeckenschutzmittel, das für zwei bis drei Stunden ausreichend Schutz verspricht.

 

Quellen:

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8811359?dopt=Abstract

 

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinredakteurin

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinredakteurin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin "Großes Blutbild"


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