BNP-Blutwert – erhöhte und niedrige Werte

Was kennzeichnet der BNP-Blutwert?

BNP bezeichnet in der Medizin ein „B-Typ Natriuretisches Peptid“. Es steht in enger Verbindung zum „Atrialen natriuretischen Peptid“ (ANP). Die beiden Hormone spielen eine entscheidende Rolle bei der Kontrolle des Blutdrucks und des Wasser-Haushaltes. Sie bilden sich in den Muskelzellen des Herzens sowie in den Nebennieren und im Gehirn. Eine Erhöhung des BNP-Blutwert über 100 ng/l weist auf eine Herzschädigung oder eine Nieren-, Lungen- und Leber-Erkrankung hin.

Blutwert Blutröhrchen

BNP Blutprobe © Shawn Hempel – Fotolia.com

 

Welche Funktion erfüllt ein B-Typ Natriuretisches Peptid?

Bei steigendem Druck im Herzen setzen die Herzmuskeln das Hormon frei. Zum Druckanstieg kommt es durch sehr hohen Blutdruck oder wenn sich viel Blut im Blutkreislauf befindet. Natriuretische Peptide bewirken eine vermehrte Ausscheidung von Natrium und Wasser aus den Nieren. Der Blutdruck sinkt und das Blutvolumen nimmt ab. Die Hormone erweitern die Blutgefäße und senken die Produktion des Hormons Aldosteron, was den Blutdruck zusätzlich senkt.

Eine akute Herzschwäche beeinträchtigt die Versorgung des Körpers mit Blut. Dieses staut sich im Herzen. Die Muskelzellen beginnen ANP und BNP auszuschütten. Erhöhte BNP-Blutwerte ein Anzeichen für eine akute Herz- oder Nierenschwäche. BNP ist heute einer der wichtigsten Marker in der Kardiologie wie die Studie „Breathing not properly 10 years later: what we have learned and what we still need to learn“ von Maisel A.S. und Daniels L.B. zeigt.

 

Wann bestimmt der Mediziner den BNP-Blutwert?

Besteht der Verdacht auf eine akute Herzschwäche, nutzt der Arzt den BNP-Blutwert. Anhand dessen unterscheidet er, ob es sich bei einer Atemnot um eine Lungenkrankheit oder eine Herzschwäche handelt. Ebenso dienen die Messungen der Therapiekontrolle bei Herzschwäche sowie zur Prognose bei Patienten mit Lungenembolie. Je nach Ergebnis passt der Arzt die Therapie an. BNP dient ebenso der Verlaufskontrolle bei pulmonaler Hypertonie.

 

Wie bestimmt der Arzt den BNP-Blutwert?

Der Mediziner ermittelt die Werte im Blutplasma. ANP und BNP setzen sich aus einzelnen Aminosäuren zusammen und bilden Ketten. Die Hormone entstehen aus einer längeren Aminosäuren-Kette, einem sogenannten Vorhormon. Durch Spaltung entstehen eine unwirksame Aminosäuren-Kette und ein aktives Hormon. Die unwirksamen Kettenteile heißen NT-pro BNP NT-pro ANP. Sie verbleiben länger im Blut als BNP und ANP. Der Arzt weist sie besser nach.

 

Welche BNP-Blutwerte gelten als normal?

Bei gesunden Menschen liegt der BNP-Wert bei weniger als 100 pg/ml der NT-pro BNP-Wert bei weniger als 300 pg/ml. Diese Werte schließen eine Herzschwäche weitestgehend aus. Ein eindeutiger Grenzwert für das Hormon existiert nicht, um eine sichere Diagnose zu stellen. Die Werte sind nur im Zusammenhang mit den Beschwerden des Patienten und anderen Untersuchungen wie Röntgen und Herz-Ultraschall zu sehen.

 

Folgende Grenzwerte dienen der Orientierung:

  • Herzinsuffizienz unwahrscheinlich bei einem BNP < 100 pg/ml, NT-proBNP < 400 pg/ml
  • Herzinsuffizienz möglich, Diagnose unsicher bei einem BNP 100 – 400 pg/ml, NT-proBNP 400 – 2000 pg/ml
  • Herzinsuffizienz wahrscheinlich bei einem BNP > 400 pg/ml, NT-proBNP > 2000 pg/ml

 

Welche Ursachen hat ein erhöhter Messwert?

  • Herz-Rhythmus-Störungen,
  • Herzinsuffizienz,
  • pulmonale Hypertonie,
  • akuter Herzinfarkt,
  • Angina pectoris,
  • Lungenembolie,
  • Niereninsuffizienz,
  • Leberzirrhose mit Flüssigkeit im Bauchraum
  • Nebenwirkung der Dialyse

Bestimmte Medikamente wie Betablocker oder Schilddrüsen-Hormone führen ebenso zu einer Erhöhung der BNP- bzw. NT-pro BNP-Werte. Bestimmte Arzneimittel verringern die Konzentrationen der natriuretischen Peptide im Blut wie ACE-Hemmer oder Furosemid, gelten aber nicht als gefährlich.

 

BNP gibt Aufschluss über verschiedene Erkrankungen des Herzens

BNP oder B-Typ Natriuretisches Peptid bildet der Körper in den Herzkammern. Eine Erhöhung des BNP-Blutwertes über 100 ng/l verweist auf eine Herzschädigung sowie Nieren-, Lungen- und Lebererkrankungen. BNP ist wichtig für den Blutdruck und den Wasser- und Natriumhaushalt des Körpers. Es hemmt die Ausschüttung von Blutdruck erhöhenden Hormonen und wirkt gefäßerweiternd. BNP-Werte, bis zu 100 ng/l gelten als normal, so kommt es nicht zu zu niedrigen Werten.

 

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinredakteurin

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinredakteurin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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