LDH Wert (Laktat-Dehydrogenase)

Laktat-Dehydrogenase Werte

Das Kürzel LDH kommt von Laktat-Dehydrogenase – der LDH-Wert bezeichnet ein Stoffwechselenzym. Es kommt in fast allen Zellen und Organen des menschlichen Körpers vor. Das LDH findet sich in fünf verschiedenen Varianten, bekannt unter der Bezeichnung Isoenzyme 1 bis 5. Die einzelnen Isoenzyme treten in verschiedenen Organen auf. Hohe Konzentrationen sind in den Muskeln, der Leber und den Nieren messbar. Im Blut kommt LDH normalerweise in einer wesentlich geringeren Konzentration vor.

blutwerte einzelwert  

 

LDH erhöht – was steckt dahinter?

Ein erhöhter LDH-Wert im Blut deutet auf absterbende Zellen im Körper hin, da diese das LDH freisetzen.

Der LDH-Wert gehört zu den Blutwerten und gibt Auskunft über die Zellgesundheit. Zu seiner Bestimmung entnimmt der Arzt eine Blutprobe und fertigt im Labor ein Blutbild an. Werte bis 250 Units pro Liter Blut (U/l) gelten bei einem erwachsenen Menschen als normal.

Ein leicht erhöhter Wert tritt bei Kindern und Jugendlichen bis zum 15. Lebensjahr auf. Niedrigere Werte besitzen im Gegensatz zu einem erhöhten LDH keine medizinische Relevanz. Der Abbau der einzelnen LDH-Isoenzyme erfolgt im Körper unterschiedlich schnell. LDH-1 besitzt eine Lebensdauer von bis zu sieben Tagen. Dagegen baut der Körper die Hälfte an LDH-5 in acht bis zwölf Stunden ab.

 

Stellt der Arzt einen erhöhten LDH-Wert fest, deutet dies auf mögliche Zellschäden hin. Anhand des LDH-Isoenzyms lässt sich die ungefähre Lage des Zellschadens ermitteln. Ein erhöhtes LDH deutet auf folgende Ursachen hin:

  • verschiedene Arten von Krebs,
  • Herzinfarkt,
  • Zerfall der roten Blutkörperchen (Hämolyse),
  • Pfeiffersches Drüsenfieber,
  • Erkrankungen der Leber und Galle,
  • Einnahme von Medikamenten und
  • Erkrankungen der Muskeln.

Außerdem können Leistungssport, schwere körperliche Arbeit und Probleme bei der Blutentnahme das LDH deutlich erhöhen. Im Zweifelsfall geben eine erneute Bestimmung der Blutwerte oder weitere Untersuchungen Aufschluss.

Ein erhöhtes LDH-1 und -2 lässt Rückschlüsse auf einen Herzinfarkt, eine Hämolyse oder Erkrankung der Nieren zu. Veränderungen von Milz und Lunge führen zu einer Erhöhung des LDH-3-Wertes. Bei Erkrankungen der Leber und Skelettmuskeln steigt das LDH-4 und -5 deutlich an. Ein erhöhter LDH-Wert deutet nicht auf eine bestimmte Krankheit hin, sondern grenzt den möglichen Krankheitsort ein. Im Falle eines erhöhten LDH-Wertes führt der Arzt weitere Untersuchungen durch, um die Ursache zu finden und eine geeignete Therapie vorzuschlagen.

 

Wann bestimmt der Arzt den LDH-Wert?

Das LDH bestimmt der Arzt im Rahmen eines Blutbildes als zusätzlichen Marker bei einem Herzinfarkt, bösartigen Tumor und Lungenembolie. Bei Vergiftungen, einigen Arten der Anämie und Leberkrankheiten zieht der Arzt den LDH-Wert ebenfalls zur Diagnose heran.

Geringfügig erhöhte Werte entstehen neben diversen Krankheiten vor allem durch körperliche Belastung. Das Gleiche gilt nach Unfällen oder Operationen. Abhängig von Art und Ort der Zellschäden sind der LDH-Gesamtwert oder einzelne Isoenzyme erhöht. Bei fehlenden Symptomen stellt der Arzt ein erhöhtes LDH im Rahmen eines routinemäßigen Check-ups fest.

 

LDH-Werte senken – aber wie

Absterbende Gewebezellen setzen das Enzym LDH ins Blut frei. Erhöhte LDH-Werte lassen sich durch Beheben der Ursache senken. Die fünf Isoenzyme sind unterschiedlich lange im Blut nachweisbar. Beispielsweise ist das LDH-1 noch Tage nach einem Herzinfarkt erhöht.

Ein erhöhter LDH-Wert als Folge körperlicher Schwerstarbeit bedarf keiner Therapie und pegelt sich nach einigen Tagen auf die Norm ein. Anderenfalls gilt ein erhöhtes LDH als Zeichen für ein abnormales Zellwachstum oder Zerstörung von Gewebe. Weitere Untersuchungen und Analysen geben Auskunft über deren genaue Ursache und ermöglichen das Einleiten einer geeigneten Behandlung.

Wer im Rahmen eines Check-ups seine Blutwerte einschließlich LDH bestimmen lässt, leistet einen wertvollen Beitrag zur Früherkennung von Zellschäden.

 

redaktionelle Bearbeitung: Anna Nilsson

 


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