Gründe und Maßnahmen bei starker Regelblutung

Eine gesunde Frau verliert während der Periode im Durchschnitt 50 Milliliter Regelblut. Der Wert schwankt im Laufe des Lebens durch hormonelle Veränderungen, wird jedoch die 100 Milliliter selten überschreiten. Ab einem Blutungsvolumen von 150 Millilitern und mehr, handelt es sich um eine starke Regelblutung. Der Arzt spricht von der Hypermenorrhoe. Tritt die starke Regelblutung mit Blutklumpen auf, nennt man diese Klümpchen auch Blutkoagula.

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Periode blutet sehr stark: Woran können Sie die Blutmenge abschätzen?

Die Angabe der Menstruationsflüssigkeit in Milliliter klingt zwar immer sehr hilfreich, doch in der Praxis ist es für eine Frau schwierig, die persönliche Menge zu messen. Drei Hilfestellungen, je nach gewählter Monatshygiene:

  1.  Nutzen Sie Monatsbinden, liegt eine starke Regelblutung vor, wenn Sie mehr als sechs Stück in 24 Stunden benötigen.
  2.  Die Periode blutet sehr stark, wenn Sie Tampons im Zwei-Stunden-Takt wechseln müssen.
  3.  Verwenden Sie eine Menstruationstasse, können Sie den „Füllstand“ sehen und pro Entleerung addieren.

 

Risikogruppen: Wer bekommt eine starke Regelblutung?

Die Periode blutet sehr stark, wenn sich im Inneren der Gebärmutter eine große Schleimhautschicht aufgebaut hat. In einem normalen Zyklus geschieht ein moderater Aufbau jeden Monat, um einer befruchteten Eizelle das Einnisten zu ermöglichen. Bleibt eine Schwangerschaft aus, wird die Schleimhaut abgestoßen.

Wie stark sich die Gebärmutterschleimhaut aufbaut, wird von den Hormonen beeinflusst. Eine starke Regelblutung tritt daher vermehrt bei Frauen auf, die bereits ein Kind haben. Die zweite Risikogruppe sind Frauen, die über 40 Jahre sind und damit langsam in die Wechseljahre übergehen. Beide Gruppen erleben häufig eine starke Regelblutung mit Blutklumpen. Die dritte Gruppe bilden all jene Frauen, die keinen natürlichen Zyklus mehr erleben, da sie hormonell verhüten. Je nach Wahl der künstlichen Hormone und ihrer Dosierung kann die Periode plötzlich deutlich stärker als zuvor werden.

 

Krankhafte Ursachen einer starken Regelblutung

Während hormonelle Gründe durch Geburt, Alter uns Verhütung vergleichsweise harmlos sind, gibt es auch eine Reihe von Ursachen, die behandelt werden sollten. In diesem Fall ist die starke Regelblutung ein Symptom für eine zugrundeliegende Krankheit.

Hierzu zählen:

  •  gutartige Verwachsungen in der Gebärmutter (Myome)
  •  bösartige Verwachsungen in Gebärmutter oder Eierstöcken (bösartige Tumoren)
  •  die Endometriose (Gebärmutterschleimhaut außerhalb des Uterus)
  •  ein bislang unentdecktes Herzleiden
  •  unbekannte Nierenprobleme
  •  Fehlfunktionen der Schilddrüse

 

Was bedeutet eine starke Regelblutung mit Blutklumpen?

Für viele Frauen ist es nicht schön: Die Periode blutet sehr stark und sie fühlen sich im Alltag eingeschränkt. Die meisten, medizinischen Sorgen machen sie sich aber erst dann, wenn die starke Regelblutung mit Blutklumpen einher geht. Die Klümpchen müssen Ihnen jedoch keine Sorgen bereiten. Es sind Teile der Gebärmutterschleimhaut, die mit dem Blut den Körper verlassen.

 

Wichtig zu wissen: die Folgen der starken Regelblutung

Viele Frauen befürchten, dass sie den den Blutverlust eine Anämie bekommen könnten. Es stimmt zwar, dass eine starke Menstruation zu Schwächegefühl, kalten Extremitäten sowie blasser Haut führt, es besteht aber so gut wie nie eine Lebensgefahr. Bedenken Sie, dass eine erwachsene Frau rund fünf Liter Blut in sich trägt. Selbst eine Menstruation von 150 Millilitern auf mehrere Tage verteilt, fällt für den Organismus nicht ins Gewicht.

 

Periode blutet sehr stark: Tipps zum Umgang

Haben Sie zum ersten Mal eine starke Regelblutung (mit Blutklumpen) können Sie zur persönlichen Absicherung einen Termin bei Ihrem Frauenarzt vereinbaren und mit dem Mediziner über Ihre Situation sprechen. Der Gynäkologe wird gegebenenfalls die Gebärmutter abtasten und/oder einen Ultraschall anfertigen, um Veränderungen im Uterus zu erkennen. Auch ein Blutbild kann sinnvoll sein, um den aktuellen Hormonstatus zu erheben. In der Mehrheit der Fälle wird der Arzt Ihnen am Ende sagen können, dass keine medizinische Intervention notwendig ist.

Verhüten Sie hormonell, steht die Überlegung im Raum, die Art der Verhütung zu wechseln. Im umgekehrten Fall kann die Einnahme von hormoneller Empfängnisverhütung in Erwägung gezogen werden, um starke Blutungen zu unterbinden. Sowohl Hormonspiralen als auch niedrig dosierte androgene Mikropillen hemmen das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut.

Möchten Sie nicht in den Hormonhaushalt eingreifen, lohnt sich die Verwendung einer Menstruationstasse, damit Tampons und Binden nicht binnen weniger Stunden ausgetauscht werden müssen. Die Tassen können je nach Größe auch bei starken Blutungen bis zu zwölf Stunden verwendet werden.

Haben Sie während oder kurz vor der Periode Unterleibsschmerzen, handelt es sich meist um das Zusammenziehen des Uterus, um die Schleimhaut zu lösen. Hier hilft ganz klassisch Wärme, um den Prozess zu beschleunigen aber auch auch Entspannungstechniken und notfalls Schmerzmittel. In jedem Fall sollten Sie das Thema Schmerzen auch beim Gynäkologen ansprechen und Therapieoptionen einholen.

 

Quellen und Literatur:
Johannes C. Huber: Endokrine Gynäkologie, Verlag Maudrich, Wien – München – Bern 1998

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Verantwortliche Autorin: Anna Nilsson, Journalistin und Medizinautorin seit 2001 mitwirkende Autorin, entsprechen ihre Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich auf ärztliche Fachliteratur.
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