Was hilft bei Colitis ulcerosa – Chronische Darmentzündung

Colitis ulcerosa – Die Entzündung der Darmschleimhaut zeigt sich durch blutigen Durchfall

Colitis ulcerosa sind Geschwüre, die Dickdarmentzündung zeigt sich durch eine Entzündung der Darmschleimhaut im Dickdarm. Bauchkrämpfe und blutiger Durchfall sind Symptome der Erkrankung. Was bei Colitis ulcerosa hilft, hängt von der Schwere der Auswirkungen ab. Es kommt auf die befallene Stelle des Darmes an und darauf, wie stark die Krankheit die Darmschleimhaut angriff. Die verschiedenen Stadien bedürfen diverser Therapieansätze.

Was hilft bei Colitis ulcerosa?

  • entzündungshemmende Medikamente bei akutem Schub,
  • Zäpfchen oder Einläufe beim Befall des letzten Dickdarms-Abschnittes,
  • 5-ASA bei Entzündungen bis zur linken Dickdarm-Biegung,
  • starkes Kortison bei fulminantem Schub,
  • Operation bei lebensbedrohlichen Blutungen oder einem toxischen Megakolon.

 

Colitis ulcerosa im Darm

Colitis ulcerosa im Darm Urheber: juangaertner / 123RF

 

Was bei Colitis ulcerosa hilft: verschiedene Therapieansätze

Symptome wie Bauchkrämpfe, blutiger Durchfall und anhaltender Stuhldrang sind Zeichen eines akuten Schubes. Die Einnahme entzündungshemmender Medikamente über mehrere Wochen bringt für den Patienten Erleichterung. Bei Proktitis, dem Befall des letzten Abschnittes des Dickdarmes, helfen Einläufe (Klysmen) oder Zäpfchen, die 5-Aminosalicylsäure (5-ASA) enthalten. Falls keine Besserung eintritt, vervollständigt das Kortison Budesonid die Behandlung.

5-ASA ist bei der linkseitigen Colitis ein empfehlenswertes Medikament. In Tabletten- oder Granulatform hilft es, die Entzündung zu bekämpfen. Ein schwerer Schub bringt neben den genannten Symptomen ungewollte Gewichtsabnahme und hohes Fieber mit sich. Im Krankenhaus erhalten Patienten die notwendige Behandlung mit stark wirksamem Kortison als Infusion. Eine Operation ist bei einer lebensbedrohlichen Blutung oder einem toxischen Megakolon erforderlich. Die Entdeckung eines Kolonkarzinoms (Dickdarmkrebs) im Frühstadion macht einen Eingriff unumgänglich.

Colitis ulcerosa: Hintergründe der Dickdarmentzündung, Fallbeispiel
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Was bei Colitis ulcerosa hilft: Therapien für die verschiedenen Krankheits-Stadien

 

Akute Schübe und Proktitis bei Colitis ulcerosa

Die korrekte Behandlung akuter Schübe führt zu einer Erleichterung der Symptome beim Patienten. Entzündungshemmende Medikamente ohne Kortison wie Mesalazin und Olsalazin gehören zur Standard-Therapie. In der Form von Tabletten oder Zäpfchen erwirken sie nach ein bis zwei Wochen eine deutliche Besserung. Zur Vermeidung von weiteren Schüben ist eine Einnahme über Wochen, Monate oder Jahre notwendig. Dies hängt von der Schwere der Krankheit ab.

Proktitis ist eine Ausbreitung der Geschwüre im letzten Dickdarmabschnitt. Zur Behandlung führst du Zäpfchen oder Klysmen in den After ein. Der Wirkstoff 5-Aminosalicylsäure wirkt ähnlich wie das Schmerzmittel Acetylsalicylsäure. Bei schweren Abläufen benötigst du zusätzlich ein Kortison, das vor Ort seine Aufgabe erfüllt. Meistens kommt die Substanz Budesonid zum Einsatz. Es verhindert eine Überreaktion des körpereigenen Immunsystems.

 

Linksseitige Colitis

Die linksseitige Colitis ist eine Ausbreitung der Krankheit bis zur linken Dickdarmbiegung. Bei dieser Form verschreibt der Arzt den Wirkstoff 5-ASA als Tabletten oder in Granulatform zum Trinken. Die Medikamente enthalten die Stoffe Sulfasalazin oder Mesalazin. Sie sorgen für einen unversehrten Transport der aktiven Substanz bis zum Dickdarm. Die gleichzeitige Einführung von Klysmen mit 5-ASA ist eine wirksame Therapieform bei dem Grad der Erkrankung. Hilft sie nicht, komplettiert Kortison die Behandlung. Weitet sich die Krankheit weiter aus, hat dies keinen Einfluss auf die Art der Therapie.

 

Schwerer Schub und komplizierter Ablauf

Hohes Fieber und Gewichtsabnahme kennzeichnen einen schweren Schub. Was bei Colitis ulcerosa hilft, ist hier stark wirksames Kortison als Infusion oder spezielle Immunsuppressiva. Sie dienen der Unterdrückung der körpereigenen Abwehrkräfte. Die Stoffe Azathioprin oder Ciclosporin A gehören in diesem Fall zu den Favoriten der Ärzte. Bei einem toxischen Megakolon oder anderen schwerwiegenden Komplikationen hilft eine Therapie mit Antibiotika. Die Behandlung mit Infliximab, einem Anti-Tumornekrosefaktor-alpha, steht seit einigen Jahren zur Verfügung und kommt beim Versagen anderer Therapien zum Einsatz.

 

Operation

Ein chirurgischer Eingriff ist erforderlich, wenn der Krankheitsverlauf mit allen vorhandenen Therapien nicht zu kontrollieren ist. Gefährliche Komplikationen machen eine Notoperation notwendig. Dazu gehört eine Darmperforation, die Entzündung des Bauchfells oder Blutungen schweren Grades. Der Chirurg entfernt den gesamten Dickdarm und legt einen ileonalen Pouch. Das ist ein Dünndarmbeutel, aus dem unteren Ende des Dünndarms gefertigt und mit dem Anus verbunden.

 

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinredakteurin

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinredakteurin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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