Erhöhte Blutwerte dienen der Prognose

Erhöhte Blutwerte bei Schlaganfall zeigen im Vorfeld das Risiko dieser Erkrankung in diversen Parametern des Blutbildes auf.

Neben einem zu hohen Cholesterinwert ist das Eiweiß Fetuin-A ein starker Indikator für einen drohenden Schlaganfall. Dank seiner Bestimmung ist es möglich, ihn vorauszusagen und frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen.

ischämischer und hämorrhagischer Schlaganfall
Primärer ischämischer und hämorrhagischer Schlaganfall – Copyright: Artemida-psy, Bigstockphoto , www.grossesblutbild.de

Risikofaktoren richtig deuten

Auslöser und Ursachen für einen Schlaganfall

Bei einem Schlaganfall Verlauf sind nicht nur erhöhte Blutwerte Auslöser. Der Apoplex ist ein ischämischer Schlaganfall. Er erfolgt aufgrund des Verschlusses eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel. Die Unterbrechung in der Sauerstoff- und Blutversorgung ziehen den Funktionsverlust und später den Tod von Hirnzellen mit sich. 80 bis 85 Prozent der Schlaganfälle erfolgen durch Ischämie.

Eine Hirnblutung ist bei 15 bis 20 Prozent der Fälle die Ursache eines hämorrhagischen Schlaganfalls. Der hohe Blutdruck oder Missbildungen der Gefäße reißen die Hirnarterie ein und verursachen eine Blutung. Folgende Faktoren erhöhen das Risiko für einen Schlaganfall:

Das Alter ist ein nicht zu unterschätzender Risikofaktor. 80 Prozent der Patienten sind über 60 Jahre alt.

Cholesterin und Triglyceride: erhöhter oder niedriger Blutwert bei Schlaganfall

Ein erhöhter Cholesterinwert verstärkt das Risiko eines ischämischen Schlaganfalls. Ein niedriger Wert ist für den hämorrhagischen Insult ein erhöhter Risikofaktor, wie eine die Copenhagen City Heart Study von 2011 berichtet.

Sie zeigt ein erhöhtes Schlaganfallrisiko bei Patienten mit stark erhöhtem LDL-Cholesterin. Es erhöht sich ab einer Konzentration von über 9 Millimol pro Liter sprunghaft um den Faktor 4,4.

Bei den Triglyceriden führen Werte von eins bis zwei Millimol pro Liter zu einem 20 Prozent höheren Schlaganfallrisiko. Werte von mehr als 5 Millimol pro Liter führen bei Frauen zu einer Erhöhung des Risikos um 2,3. Bei Männern führen dieselben Werte zu einem 3,9 Mal größeren Risiko für einen Schlaganfall.

[Quelle: rme: Schlaganfallrisiko: Triglyzeride wichtiger als Cholesterin (21.02.2011), URL: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/44795/Schlaganfallrisiko-Triglyzeride-wichtiger-als-Cholesterin (letzter Zugriff: 08.02.2018)].

Studie: erhöhter Wert von Fetuin-A als Vorläufer des Schlaganfalls

Forscher aus Heidelberg und Potsdam wiesen den Einfluss des Biomarkers Fetuin-A auf das erhöhte Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall nach.

Die Leber bildet das Eiweiß-Molekül und gibt es an das Blut ab. Sein erhöhter Blutwert bei Schlaganfall steigert das Risiko laut der Forscher des Deutschen Institutes für Ernährungsforschung in Potsdam um das Drei- bis Vierfache.

Blut mit erhöhten Fetuin-A-Werten ist vermindert insulinempfindlich. Dies deutet auf eine verstärkte Fetteinlagerung in der Leber hin. Im Vorfeld dieser Studie wiesen Ärzte den Zusammenhang des Eiweißes mit dem Typ-2-Diabetes nach.

Der Nachweis von erhöhtem Fetuin-A-Wert im Blut ist unabhängig von anderen Faktoren wie Adipositas, Diabetes oder Rauchen. Das Risiko erhöht sich bei dieser Kondition für Frauen da mit um 3,3, für Männer um 3,8.

Nicht nur Adipositas-Patienten leiden unter einer Fettleber. Ist sie genetischen Ursprungs, sind schlanke Menschen ebenso davon betroffen.

[Quelle: Springer, Axel: Bluttest zeigt Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko (25.11.2008), URL: https://www.welt.de/gesundheit/article2780462/Bluttest-zeigt-Herzinfarkt-und-Schlaganfallrisiko.html (letzter Zugriff: 08.02.2018)].

Komplikationen infolge eines Schlaganfalls

Eine fachgerechte medizinische Versorgung ist kein Garant für einen komplikationslosen Schlaganfall. Folgendes sind häufige Auswirkungen:

  • Thrombosen,
  • Harnwegsinfekte,
  • Lungenentzündungen und Embolien,
  • erhöhter Hirndruck,
  • epileptische Anfälle.

Diese Komplikationen in der Frühphase nach dem Apoplex treten nach dem Abklingen der Symptome auf.

70 Prozent der Schlaganfallpatienten haben mit Langzeitfolgen zu kämpfen. Irreparable Strukturschäden im Hirn treten bei der Unterbrechung der Durchblutung auf und ziehen Komplikationen wie Gesichtslähmungen oder Sprachstörungen nach sich.

Einfache Schritte zur Verminderung des Risikos

Die häufigste Ursache der erhöhten Risikofaktoren sind ein ungesunder Lebensstil und falsche Ernährung. Sie führt zu ungesunden Ablagerungen, welche den Cholesterin und Fetuin-A-Wert im Blut und damit das Schlaganfallrisiko erhöhen.

Erhöhte Blutwerte bei Schlaganfall zeigen eine Vorgeschichte, die durch eine bewusste Ernährung vermeidbar ist. Wer fundamentale Regeln wie viel Früchte und Gemüse, kein industriell gefertigter Zucker sowie wenig Fett und Salz in der Ernährung (ohne zu übertreiben) umsetzt, vermeidet ein erhöhtes Schlaganfallrisiko und verlängert sein Leben.

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Verantwortliche Autorin: Anna Nilsson, Journalistin und Medizinautorin seit 2001 mitwirkende Autorin, entsprechen ihre Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich auf ärztliche Fachliteratur.
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