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Erhöhte Blutwerte bei Wurmbefall: eosinophile Granulozyten

Im großen Blutbild erkennt der Arzt erhöhte Blutwerte bei Wurmbefall. Dies betrifft der eosinophilen Granulozyten. Ihrer Vermehrung liegt ein bestimmter Prozess zugrunde, da sie auf Veränderungen im Körper reagieren.

Sie bieten keine eindeutige Diagnosebasis für einen Wurmbefall. Ihr von der Norm abweichender Wert ist ein Indikator für diverse Krankheiten.

Erhöhte Blutwerte bei Wurmbefall ist ein kommunes Erscheinungsbild. Die eosinophilen Granulozyten vermehren sich.

Blutwerte, Laborwerte
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Granulozyten im Blut und ihre Reaktion

Granulozyten reagieren bei folgenden Krankheitsbildern:

• Allergien,
Wurm- und Parasitenbefall,
Infektionskrankheiten,
• Abheilung von Infektionen.

Normwerte Eosinophile Granylozyten
%
1-4
1-4

 

Im Rahmen eines großen Blutbildes bestimmt der Arzt die eosinophilen Granulozyten, die vier Prozent der weißen Blutkörperchen ausmachen.

Der Name eosinophil stammt aus der Histologie. Mit dem Farbstoff Eosin erhalten diese Leukozyten eine rosa bis rötliche Färbung.

Sie sind unter dem Mikroskop zuzuordnen. Die spezifische Aufgabe der eosinophilen Granulozyten innerhalb des zellulären Immunsystems ist die Bekämpfung von Parasiten und Würmern. Sie gehören zu Fresszellen, den Phagozyten. Ihre Aufgabe ist es, Krankheitserreger zu „verschlucken“. Enzyme in ihrem Innern bekämpfen die Parasiten und führen sie zum Tode. Erniedrigte Blutwerte bei Wurmbefall sind keine bekannt.

Erhöhte Blutwerte bei Wurmbefall: Methoden zur Bestimmung von Leukozyten
Im kleinen Blutbild bestimmt der Arzt die Gesamtmenge der Leukozyten. Fertigt er ein Differenzialblutbild an, unterscheidet er die Gruppe in:

neutrophile Granulozyten,
eosinophile Granulozyten,
• basophile Granulozyten.

Das kleine Blutbild plus das Differenzialblutbild ergeben ein großes Blutbild. Die eosinophilen Leukozyten sind bei Wurmbefall, Autoimmunkrankheiten oder Allergien erhöht. Bei schweren Infektionskrankheiten tritt ein niedriger Wert auf. Der Normalwert beträgt bei einem Erwachsenen zwischen 50 und 250 pro Mikroliter.

Um ein großes Blutbild anzufertigen, ist eine Blutprobe notwendig. Ein automatisches Gerät zählt Blutzellen jeder Art. Der Arzt stellt anhand der Zahlen fest, ob eine Abweichung besteht, und untersucht spezifischer auf diverse Krankheiten. Er kombiniert die Resultate der Blutuntersuchung mit den auftretenden Symptomen, um eine Diagnose zu erstellen. Je nach Situation benötigt er weitere Untersuchungen wie beispielsweise Urin oder Fäkalien.

Mit Parasiten gegen Autoimmunerkrankungen reagieren
Der Wurmbefall ist nicht nur negativ für die Gesundheit des Menschen, da wir in der heutigen Zeit zu sauber leben. Die Gefahr des Parasitenbefalls ist geringer, dafür ist die Anzahl der Allergiker gestiegen. Der Parasitologe Richard Lucius erforscht an der Humboldt-Universität Berlin den Einfluss von Würmern und Parasiten auf ihre Wirte. Er zeigt die positiven Seiten auf und wie es funktioniert, dass sie Allergien vorbeugen.

In Entwicklungsländern kommt der Befall des Menschen mit Parasiten und der damit erhöhte Blutwert bei Wurmbefall häufig vor. Allergien hingegen treten wenige auf. Dies lässt darauf schließen, dass ein Zusammenhang besteht. Würmer schalten diejenigen Immunantworten aus, die bei Allergikern die Krankheit auslösten. Es existieren Wechselwirkungen, die Allergien vorbeugen oder bekämpfen. Auch gegen Autoimmunkrankheiten erwarten die Wissenschaftler positive Wirkungen von Wurmkuren. Genaue Resultate von Forschungen stehen noch aus.

Zwei Jahre schauen die Forscher auf eine Reihe getätigter Tests zurück. In den USA fand eine Studie zum Thema statt. Die Wissenschaftler verabreichten Patienten mit Morbus Crohn die Eier des Schweinepeitschenwurms mit erfolgreichem Ausgang.

Deutschland zog nach und begann, betroffene Personen an der Berliner Charité mit Würmern zu behandeln. [Quelle: Westerhaus, Christine: Wurmkur gegen Immunerkrankungen Therapie mit Ekelfaktor (07.07.2018), URL: http://www.deutschlandfunkkultur.de/wurmkur-gegen-immunerkrankungen-therapie-mit-ekelfaktor.976.de.html?dram:article_id=359440 (letzter Zugriff: 09.02.2018)].

Konsequenzen und Folgen des Wurmbefalls

Sind erhöhte Blutwerte bei Wurmbefall vorhanden, können gefährliche Parasiten der Auslöser sein. Der Schweinebandwurm gelangt durch den Verzehr von befallenem Schweinefleisch in den menschlichen Körper. Er befällt mehrere Organe, wird acht Meter lang und überlebt bis zu 20 Jahren.

Gelangt er in die Augen und ins Hirn erkrankt der Patient an einer Hirnhautentzündung sowie an Sehstörungen oder Kopfschmerzen. Eine andere Art Wurm ist der Fuchsbandwurm. Bleibt er unentdeckt, breitet er sich über das Blut im ganzen Körper aus und führt durch eine Infektion zum Tod. Fischbandwürmer lösen einen Darmverschluss oder Entzündungen in der Bauchspeicheldrüse aus.

Methoden zur Bestimmung eines Wurmbefalls

Erhöhte Blutwerte bei Wurmbefall sind keine eindeutigen Anzeichen, da hohe Werte der eosinophilen Granulozyten verschiedene Krankheiten andeuten. Eine weitere Untersuchung der Situation ist notwendig, da einige Würmer großen Schaden anrichten.

Auf Auslandsreisen in den Tropen ist besondere Achtsamkeit gefragt, da in diesen Breitengraden und weniger entwickelten Ländern der Befall durch Würmer häufiger ist. Barfuß laufen und der Genuss von ungewaschenem Gemüse sind heikel. Sie führen zu von Würmern ausgelösten Infektionen.

Hinweis für die Leser

Diese Inhalte sind zur Information gedacht. Sie sind kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bitte konsultieren Sie dafür immer einen Arzt.

Verantwortliche Autorin: Anna Nilsson, Journalistin und Medizinautorin seit 2001 mitwirkende Autorin, entsprechen ihre Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich auf ärztliche Fachliteratur.