Blutwerte die auf Allergien hinweisen

Wir erläutern alle relevanten Blutwerte die bei Allergien erhöht sein können, Sie finden hier dazu die Beschreibung der Werte und weitere Ursachen.

Allergien gehören zu den sogenannten Volkskrankheiten. Die Zahl der Lebensmittelunverträglichkeiten nimmt stetig zu, und „Klassiker“ wie Heuschnupfen oder Allergien gegen Tierhaare und Hausstaubmilben verbreiten sich ständig.

Läuft das Immunsystem auf Hochtouren, ist nicht immer ohne weiteres ersichtlich, ob es sich um eine Allergie oder etwas anderes handelt. Auskunft gibt am schnellsten ein Blutwert, der bei Allergien grundsätzlich erhöht erscheint.

Blutwerte bei Allergien
Allergietest nach der Blutwert Kontrolle Copyright: Amaviael bigstockphoto

 

 

Blutwerte bei Allergie: Was geschieht im Körper bei einer Allergie?

Bei einer Allergie passiert ähnliches wie bei einer normalen Abwehrreaktion. Nur ist diese so überschießend, dass dabei eine Krankheit herauskommt. Dabei sind die auslösenden Stoffe eigentlich harmlos. Das hat sich sogar in den normalen Sprachgebrauch übertragen, wo man sagt, jemand reagiert allergisch auf etwas total übertrieben auf nichtige Ursachen.

Welcher Blutwert ist bei Allergie erhöht?

Die zuverlässigste Auskunft über das Vorliegen einer Allergie gibt der Blutwert des Immunglobulin E (IgE), das an der Oberfläche von Mastzellen sitzt und für die Ausschüttung des allergievermittelnden Histamins sorgt.

Blutwerte bei Allergie – Das Wichtigste zum IgE!

  1. Allergien sind Fehlsteuerungen des Immunsystems. Eigentlich harmlose Fremdsubstanzen lösen eine überschießende Immunreaktion aus.
  2. Typisch für Allergien vom Soforttyp ist die Beteiligung von Mastzellen, bei denen IgE-Moleküle auf der Oberfläche sitzen.
  3. Bei Kontakt mit dem Allergen setzen Mastzellen innerhalb kürzester Zeit große Mengen des Botenstoffes Histamin frei.
  4. Histamin erweitert die Blutgefäße und lockt Immunzellen an, die auf den Schleimhäuten für Rötungen, Schwellungen und auf der Haut zu Ausschlägen führen.
  5. Daher sind erhöhte Blutwerte des IgE ein deutliches Anzeichen für das Vorliegen einer Allergie. Welche Alllergie vorliegt, verrät der Blutwert allerdings nicht.

 

Blutwerte bei Allergie: Was passiert bei einer „normalen“ Immunreaktion?

Was fremd und was körpereigen ist, lernt das Immunsystem in den ersten beiden Tagen nach der Geburt. Alles, was bis dahin nicht registriert wurde, gilt als fremd und muss bekämpft werden.

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Das Eindringen von Bakterien und Viren alarmiert das Immunsystem, allen voran spezielle weiße Blutkörperchen (Leukozyten), die Makrophagen, ins Gewebe eingewanderte Monozyten.

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Die amöbenähnlich beweglichen Zellen sind unablässig auf der Suche nach Substanzen, die ihnen nicht bekannt vorkommen. Haben sie Viren oder Bakterien gefunden, umschließen sie diese und fressen sie auf – ein Vorgang, den man als Phagozytose bezeichnet.

Die Makrophagen zerlegen die Eindringlinge und präsentieren Bruchstücke (Epitope) davon auf ihrer Oberfläche. Angelockte T-Helferzellen kümmern sich um diese Antigene. Sie melden die Neuankömmlinge an die B-Lymphozyten, die daraufhin in Plasmazellen und Gedächtniszellen differenzieren.

Plasmazellen nehmen die von den Makrophagen präsentierten Epitope als Vorlage und produzieren große Mengen von Antikörpern, die passgenau an diese Antigene binden und sie zu Immunkomplexen verklumpen. Diese aktivieren das Komplementsystem, eine Kaskade aus Eiweißen, die nacheinander umgewandelt weitere Makrophagen anlocken, die diese Immunkomplexe wegräumen.

Gedächtniszellen merken sich die Information über das neue Antigen, sodass bei neuerlichem Kontakt wesentlich schneller als beim ersten Mal passende Immunzellen und Antikörper gebildet werden.

Was ist bei einer Allergie anders als bei einer normalen Immunreaktion?

Bei Allergien kommen besondere Antikörper ins Spiel, die zur Untergruppe der Immunglobuline E (IgE) gehören. Davon gibt es normalerweise im Blut nur sehr wenig – lediglich 0,1 Prozent aller Immunglobuline und weniger als 100 U/ml. Den größten Teil davon findet man auf speziellen basophilen Granulozyten, die ähnlich wie die Monozyten ins Gewebe eingewandert sind und hier als Mastzellen bezeichnet werden.

Mastzellen reagieren wie Tretminen: Sobald das passende Antigen sie aktiviert, setzen sie innerhalb von Sekunden große Mengen des Botenstoffes Histamin frei. Daher spricht man von einer allergischen Sofortreaktion. Das trifft auf über 90 Prozent aller Allergien zu.

Histamin erweitert die Blutgefäße in der Umgebung, sodass Abwehrzellen schneller an den Ort des Geschehens gelangen. Diese lösen gerade auf Schleimhäuten Entzündungsreaktionen mit Rötungen und Schwellungen aus, auf der Haut Ausschläge – typische Anzeichen einer Allergie.

Schlimmstenfalls droht ein anaphylaktischer Schock (Anaphylaxie). Dann erweitert Histamin die Blutgefäße so, dass der Blutdruck in den Keller fällt und verengt gleichzeitig die Bronchien. Atemnot und Kreislaufversagen können unbehandelt tödlich enden.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

  • Axel Trautmann, Jörg-Kleine-Tebbe: Allergologie in Klinik und Praxis: Allergene – Diagnostik – Therapie. 3. Auflage. Stuttgart 2017: Georg Thieme-Verlag. ISBN-10: 3131421835.
  • Axel Müller: BASICS Allergologie. München 2006: Urban & Fischer/Elsevier-Verlag. ISBN-10: 3437421166.
  • Joachim Saloga, Ludger Klimek, Roland Buhl, Wolf Man, Jürgen Knop: Allergologie-Handbuch: Grundlagen und klinische Praxis. Stuttgart 2005: Schattauer-Verlag. ISBN-10: 3794519728.
  • Tilo Biedermann, Werner Heppt, Harald Renz, Martin Röcken: Allergologie. 2. Auflage. Stuttgart 2016: Springer-Verlag. ISBN-10: 3642372023.
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