Kontrastmittelsonographie Ablauf und Aufklärung

Was ist eine Kontrastmittelsonographie?

Die Ultraschalluntersuchung mit Kontrastmitteln

Bei einer Kontrastmittelsonographie handelt es sich um eine Ultraschallbehandlung, die mit Kontrastmitteln einhergeht. Der Ultraschall besteht als strahlungsfreie Methode, um kleine Veränderungen in den Organen zu erkennen. Als vorteilhaft erweist sich bei der Technik die hohe Ortsauflösung. Fallen den Medizinern bei der Sonografie Läsionen innerhalb des Organismus auf, spielen die Kontrastmittel eine tragende Rolle. Sie ermöglichen, die Durchblutung der Verletzung zu untersuchen.

Bereits in der Routinediagnostik erhält das Verfahren einen hohen Stellenwert. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, den zeitlichen Ablauf der Organdurchblutung zu beobachten. Speziell bei Läsionen in der Leber kommt der Ultraschall mit den Kontrastmitteln zum Einsatz.

Kontrastmittelsonographie

Kontrastmittelsonographie Urheber: alexraths / 123RF.com

Facts:  Die Kontrastmittelsonographie

Der Vorteil der Kontrastmittelsonographie besteht im Fehlen von Strahlung. Damit ergibt sich für die Patienten kein gesundheitliches Risiko. Bei dem mit Kontrastmitteln einhergehenden Ultraschall steht die sehr starke Auflösung der Bilder im Vordergrund. Aufgrund der Mikrobläschen in den Kontrastflüssigkeiten funktioniert das Ultraschallverfahren mit einer besonderen Frequenz. Die niedrige Schallenergie liegt bei einem Prozent der herkömmlichen Sendeleistungen. Bei der Technik zeigen sich die ausgesendeten Frequenzen kontrastmittelspezifisch.

Durch die Flüssigkeit bleibt das Gewebesignal des untersuchten Organs unterdrückt. Demnach liegt das Augenmerk ausschließlich auf den Durchblutungssignalen des Kapillarbettes. Damit erleichtert das Verfahren die Kontrolle der Perfusionsleistung spezieller Organstrukturen. Für die Mediziner besteht auf die Weise die Option, gutartige von bösartigen Tumoren zu unterscheiden.

 

Wie funktioniert die Kontrastmittelsonographie?

Um eine Kontrastmittelsonographie durchführen zu lassen, suchen die Patienten ihren Hausarzt auf. Das Verfahren besteht als Ultraschall, bei dem die Betroffenen spezielle Kontrastmittel gespritzt bekommen. Einen Vorteil der Technik stellt die hohe Ortsauflösung dar. Sie erweist sich als scharf, sodass die Ärzte kleinste Läsionen auf den Organen erkennen. Durch die Kontrastflüssigkeit erhalten die Mediziner die Möglichkeit, die Durchblutung der jeweiligen Gewebe zu kontrollieren. Der Prozess ermöglicht, die Bösartigkeit einer Verletzung besser einzuschätzen.

 

Die Definition der Kontrastmittelsonographie

Bei der speziellen Art der Ultraschalluntersuchung kommt ein Kontrastmittel, beispielsweise SonoVue, zum Einsatz. Dieses sorgt für die Anhebung der Reflexdichte innerhalb der Blutgefäße. Das bedeutet, dass die Flüssigkeit die Durchblutung im Kapillargewebe sichtbar macht. Des Weiteren zeigt sich die Perfusionsleistung in ihrem zeitlichen Auflauf verfolgbar. Der Umstand erweist sich speziell für die Tumordiagnostik als vorteilhaft. Durch moderne Technik gelang das Perfektionieren der Kontrastmittelsonographie. Vorwiegend die druckstabilen Kontrastmittel führten zum Erfolg der Ultraschalltechnik.

Im Gegensatz zu der regulären Sonografie verwendet die Kontrastmittelsonographie ausschließlich geringe Schallenergien. Des Weiteren achten die Mediziner darauf, einzig kontrastmittelspezifische Flüssigkeiten zu gebrauchen. In ihnen befinden sich die Microbubbles. Die Mikrobläschen zeigen sich aufgrund der speziellen Frequenzen gut sichtbar. Sie erzeugen ein Gesamtbild der Durchblutungsleistung des untersuchten Gewebes. Die Besonderheit besteht darin, dass das Verfahren das eigentliche Gewebesignal unterdrückt. Die durch den Ultraschall angezeigten Informationen helfen, gut- und bösartige Tumore zu unterscheiden.

Durch die Kontrastmittelsonographie besteht die Option, den Sinn einer Operation im Vorfeld festzustellen. Zu dem Ergebnis kommt Dr. Stephan Kersting auf www.pharmazeutische-zeitung.de. Die Technik ermöglicht es, unnötige Eingriffe bei leichteren Verletzungen der Organe zu vermeiden.

 

Wie läuft die Kontrastmittelsonographie ab?

Bei der Kontrastmittelsonographie spritzen die Ärzte den Patienten das Kontrastmittel in eine Vene. Im Regelfall nutzen sie dafür eine Einstichstelle in der Armbeuge. In diese führen die Ärzte eine Verweilkanüle ein. Der Fachbegriff bezeichnet eine Injektionsnadel mit einer flexiblen Spitze. Während der Sonografie setzt das medizinische Personal einen Schallkopf auf die Haut oberhalb des untersuchten Organs. Für eine bessere Übertragung der Schallwellen sorgt ein spezielles Gel. Bei dem Verfahren kommt es zur Kontrolle des Gewebes aus unterschiedlichen Richtungen. Die Patienten und Ärzte erkennen dieses auf einem Monitor. Damit besteht die Option, die Durchblutung des Organs zu beurteilen.

Um die Blutversorgung sichtbar zu machen, spritzen die Mediziner das Kontrastmittel im Verlauf des Ultraschalls in die Verweilkanüle. Hierbei reichen wenige Milliliter aus. Danach spülen die Ärzte die Kanüle mit einer Kochsalzlösung. Dies bewirkt eine temporäre Anhebung des Perfusionssignals, welche die Durchblutungsleistung im Gewebe besser sichtbar macht. Die Kontrastverstärkung bleibt mehrere Minuten erhalten. Um eine größere Region zu untersuchen, besteht in einigen Fällen die Notwendigkeit, eine weitere Kontrastmittelinjektion zu verabreichen.

 

Woraus besteht das Kontrastmittel?

Die Flüssigkeit bei der Kontrastmittelsonographie besteht aus einer Lösung, die mikroskopisch kleine Mikrobläschen enthält. Innerhalb der Bläschen befindet sich Gas. In der Regel liegt die Durchschnittsgröße der Microballs bei 2,5 Mikrometer. Nach dem Spritzen in die Armvene gelangen die Bläschen mit dem Blutstrom zu dem zu untersuchenden Organ. Das Schwefelhexafluorid in den Microballs erweist sich als stabiles und ungiftiges Gas. Nach der Untersuchung atmen die Patienten dieses über die Lunge ohne Schwierigkeiten ab. Dadurch brauchen die Betroffenen keine Belastung der Nieren zu befürchten.

In der Regel läuft die Kontrastmittelsonographie ohne Risiken ab. Nebenwirkungen treten ausschließlich selten auf. Mögliche Effekte, die bei der Untersuchung auftreten, sind:

  • ein Wärmegefühl an der Injektionsstelle,
  • Kopfschmerzen,
  • Übelkeit,
  • Gesichtsröte
  • sowie geschmackliche Missempfindungen.

 

Selten leiden die Patienten nach der Kontrastmittelsonographie an einer Überempfindlichkeitsreaktion. Diese geht mit einer Hautrötung, einem verlangsamten Herzschlag und einem Blutdruckabfall einher. Um gesundheitliche Komplikationen zu vermeiden, teilen die Betroffenen dem medizinischen Personal frühere Überreaktionen auf das Verfahren mit. Vor der Untersuchung erhalten die Betroffenen einen Anamnesebogen.

 

Die diagnostische Bedeutung des Ultraschalls

Bei der Sonografie weisen die Durchblutungsmuster beispielsweise auf diese Raumforderungen hin:

  • das hepatozelluläre Karzinom,
  • die fokale noduläre Hyperplasie
  • sowie ein Leberhämangiom.

 

Ebenso besteht die Möglichkeit, zystische Prozesse und Einblutungen durch den Kontrastultraschall zu erkennen. Bei einer schlechten Blutgefäßversorgung zeigen sich Metastasen aufgrund einer geringen Signalanhebung. Das bedeutet, die Wucherungen sehen auf dem Monitor gegenüber dem Lebergewebe dunkel aus. Als weitere Anwendung in der Leber präsentiert sich beispielsweise die kontrastmittelgestützte Punktion. Das beschreiben Mireen Friedrich-Rust und Jörg Bojunga von der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität. Die Publikation der Wissenschaftler nennt sich: „Kontrastmittel-Sonographie der Leber: Literatur up-date und systematische Befundung“.

Im Bereich der Kardiologie findet der Kontrastultraschall bei der Kontrolle der Myokardperfusion Anwendung. Speziell bei einer koronaren Herzkrankheit sowie einem akuten Myokardinfarkt verringert sich die Durchblutungsleistung im Herzen. Die regelmäßige Untersuchung erhält Relevanz, um gesundheitlichen Komplikationen – beispielsweise aufgrund von erhöhtem Stress – vorzubeugen.

 

weiterführend:

http://www.pkd-am-staedel.de/Fortbildung_PKD/fortbildung/2009_06_23_Sonografie.pdf

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinredakteurin

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinredakteurin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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