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Welche erhöhten und niedrigen Blutwerte beim Sarkom helfen bei der Diagnose?

Bei einem Sarkom handelt es sich um einen bösartigen Tumor, ausgehend vom Stützgewebe des menschlichen Körpers.

Er metastiert frühzeitig in die Blutgefäße, sodass niedrige und erhöhte Blutwerte beim Sarkom entstehen.

Oft dienen sie als indirekter Nachweis für die gesundheitliche Komplikation, da keine Tumormarker existieren. Diese Art Tumor kommt vergleichsweise selten vor, sie macht ein Prozent der malignen Neubildungen aus.

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Was verstehen Ärzte unter einem Sarkom?

Im Ihrem Organismus existieren unterschiedliche Gewebearten, gebildet von spezifischen Zelltypen.

Die Gewebe resultieren im Lauf der menschlichen Entwicklung aus drei „Urgeweben“. Wuchern in diesen Tumoren, bezeichnen die Mediziner diese als Sarkome. Erhöhte Blutwerte – vorrangig die weißen Blutkörperchen – geben über die gesundheitliche Komplikation Auskunft. Abhängig von ihrem Ursprungsort unterteilen sie drei Varianten:

  •  Knochensarkome,
  •  Weichteilsarkome
  •  und Knorpelsarkome.

Im Körper ermöglicht das Mesoderm die Ausbildung von:

  •  Stütz- und Bewegungsapparat (Muskeln und Knochen),
  •  Blut- und Lymphgefäßsystem
  •  sowie der Weichteile.

Tumoren, die in diesem mesenchymalen Gewebe entstehen, nennen sich in der Medizin Sarkome. Der Name stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Worten für Fleisch, sarcos, und Geschwulst, oma, zusammen. Aus klinischer Sicht gibt es 15 bedeutende Untergruppen der Sarkome. Bei einer Untersuchung weisen typische Tumormarker nicht auf die maligne Neubildung hin.

Dennoch existieren erhöhte oder niedrige Blutwerte beim Sarkom, mit deren Hilfe der Tumornachweis gelingt. Einen wesentlichen Richtwert stellen die Leukozyten dar. Befindet sich ein Tumor im Körper, übersteigt deren Anzahl die Normgrenze. Erwachsene weisen einen Wert von über 11.300 weißen Blutzellen in einem Mikroliter Blut auf. Dieser erhöhte Blutwert beim Sarkom geht ohne charakteristische Symptome einher.

Entstehen niedrige Blutwerte beim Sarkom?

Leiden Sie unter einem Sarkom, veranlasst der Arzt eine Blutuntersuchung und erstellt ein Differenzialblutbild.

Aus diesem liest er die Konzentration der einzelnen Blutwerte ab. Ein Tumor im weichen Körpergewebe führt unter Umständen zu Blutungen. Dadurch sinkt die Anzahl der roten Blutkörperchen, Erythrozyten genannt. Das Knochenmark kompensiert den Verlust nicht ausreichend schnell, sodass bei Betroffenen eine Anämie entsteht.

Die niedrigen Blutwerte beim Sarkom geben erste Anhaltspunkte über die gesundheitliche Komplikation.

Von der Anämie sprechen Mediziner bei einem verminderten Hämoglobingehalt des Blutes oder bei niedriger Anzahl der roten Blutzellen.

Gesunde Männer besitzen 4,3 bis 5,6 Millionen Erythrozyten in einem Mikroliter Blut. Die Normgrenze bei weiblichen Patienten liegt zwischen 4,0 und 5,4 Millionen Stück pro Mikroliter. Unterschreitet die Konzentration der roten Blutkörperchen den Minimalwert, treten gesundheitliche Folgen auf.

Zu den allgemeinen Anämiesymptomen gehören beispielsweise Abgeschlagenheit und eine verminderte Leistungsfähigkeit. Zusätzlich klagen Betroffene über:

• Schwindel,
Müdigkeit,
• Kopfschmerzen
• sowie eine Belastungsdyspnoe.

Letzteres bezeichnet Atemnot bei einer normalen körperlichen Belastung. Ein weiteres Anämieanzeichen bildet die Tachykardie, das Herzrasen. Bei einem Sarkom treten diese Symptome in unterschiedlicher Ausprägung auf.

Kommt es zu einer schweren Anämie, benötigen die Patienten unter Umständen eine Erythrozytenkonzentrationsgabe. Transfusionspflichtige Anämien treten bei einem Sarkom selten auf [Quelle: Nötzel, E. C., Hartmann, D.: Soft Tissue Sarcoma as a Cause for an Anaemie (2018); URL: https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0035-1553818 (letzter Zugriff: 13.02.2018)].

Folgen niedriger und erhöhter Blutwerte beim Sarkom

Bei einem Tumor im Organismus kommt es zu Funktionsstörungen der Organe. Daher kontrolliert der Arzt im Zuge einer Blutuntersuchung die Blutsenkungsgeschwindigkeit sowie die Leberwerte GOT und GPT. Ersteres trägt den Namen Glutamat-Oxalacetat-Transaminase. Das GPT kennen Ärzte unter der Bezeichnung Glutamat-Pyruvat-Transaminase. Erhöhte Blutwerte können auf ein Sarkom hinweisen.

Dieses sorgt ebenfalls für Komplikationen innerhalb Ihres Organismus. Breitet es sich aus, ruft es beispielsweise Schäden im Gewebe sowie Nervenschäden hervor. Bleibt es unentdeckt, beginnt es zu streuen und breitet sich auf die inneren Organe aus. Erreicht es die Leber, verändern sich die typischen Leber-Blutwerte. Als Folgen entstehen schlimmstenfalls irrreparable Leberschäden, die zum Tod führen.

Können Sie einem Sarkom vorbeugen?

Weisen erhöhte oder niedrige Blutwerte auf das Sarkom hin, leiten die Mediziner eine Behandlung ein. Dazu gehören beispielsweise ein chirurgischer Eingriff oder die Chemotherapie. Um die gesundheitliche Komplikation zu vermeiden, empfehlen Ihnen Ärzte eine gesunde Lebensweise. Diese umfasst eine ausgewogene Ernährung sowie regelmäßige Krebsvorsorgeuntersuchungen.

Hinweis für die Leser

Diese Inhalte sind zur Information gedacht. Sie sind kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bitte konsultieren Sie dafür immer einen Arzt.

Verantwortliche Autorin: Anna Nilsson, Journalistin und Medizinautorin seit 2001 mitwirkende Autorin, entsprechen ihre Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich auf ärztliche Fachliteratur.