Blutbildung – Die Hämatopoese

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Hämatopoese – der Blutbildung Prozess

Der Fachbegriff der Blutbildung lautet Hämatopoese. Dabei bilden sich die als Blutkörperchen bezeichneten Blutzellen. Dabei wirkt die Blutbildung aufgrund der endlichen Lebensdauer der Zellen regenerativ. Den Ausgangspunkt dieses Prozesses stellen die Blutzellen bildenden Stammzellen dar. Diese befinden sich vorrangig im roten Knochenmark.

blutbildung die Hämatopoese 

Die Neubildung des Blutes

Die Blutbildung funktioniert in einem vielschichtigen, biologischen Ablauf. Aufgrund des Aufbaus des Organismus findet diese Hämatopoese hauptsächlich im Knochenmark statt.

Um den Körper ausreichend mit Blutzellen zu versorgen, erfolgt laufend eine Zellteilung.

Dabei betrifft diese Abspaltung vorwiegend multipotente hämatopoetische Stammzellen. Es entstehen die gereiften Blutzellen. Zu ihnen zählen die Leukozyten, die Thrombozyten und die Erythrozyten.

Bei einem Erwachsenen bilden sich pro Tag mehrere Milliarden Blutzellen. Im roten Knochenmark entstehen die Blutzellen vor allem in flachen Kopf-Knochen, Beckenknochen, den Rippen und den Wirbelkörpern. Im Schnitt kommt es alle 100 Tage zu einem vollkommenen Blutaustausch.

Die zur Blutbildung benötigten Stammzellen enthält das rote Knochenmark. Dieses gibt sie im Einzelfall an die peripheren Blutbahnen ab. Ebenso befinden sich differenzierungsfähige Zellen im Blut der Nabelschnur von Neugeborenen. Die unterschiedlichen Typen der Zellen entstehen bei der Hämatopoese in den regelmäßig verwendeten Stammzellen. Diese eignen sich aufgrund zwei bedeutender Eigenschaften. Einerseits neigen sie zur Regeneration, andererseits bilden sie mehrere Zellen im Gewebe.

Hämatopoese in unterschiedlichen Blutbildungsorten

Die Blutbildung teilt sich in unterschiedliche Wirkungsprozesse. Anfänglich spielt der Ort der Hämatopoese eine tragende Rolle. Hier differenziert sich der Ablauf in die Myelopoese und die Lymphopoese. Die Myelopoese ereignet sich ohne Ausnahme im Knochenmark. Sie beinhaltet die Erythrozytopoese, die Granulozytopoese, die Monozytopoese und die Thrombozytopoese. Unter bestimmten Umständen erfolgt die Blutbildung im äußeren Knochenmark. In beiden Fällen bilden sich

  • Erythrozyten,
  • Monozyten,
  • Granulozyten
  • und Thrombozyten.

Die ebenfalls im Knochenmark stattfindende Lymphopoese bringt Lymphozyten hervor. Weiterhin verantwortet dieser Prozess die Bildung der T-Zellen. Im Gegensatz zu anderen Blutzellen entstehen diese in lymphatischen Organen. Zu diesen zählen die Milz, der Thymus oder die Lymphknoten. Entsteht eine Unterscheidung der Blutbildung ausschließlich auf der Grundlage der Zelllinien, erscheint die Leukozytopoese als Besonderheit. Bei diesem Vorgang bilden sich weiße Blutkörperchen (Leukozyten).

 

Der Ablauf der Hämatopoese

Der Beginn der Blutbildung erfolgt bei einem Ungeborenen im Uterus der Mutter. Experten nennen diesen Vorgang die intrauterine Hämatopoese. Aus Blutinseln entstehen die Vorläufer der Stammzellen.

Ab dem zweiten Monat der Schwangerschaft unterteilen sich die verschiedenen Arten der Blutzellen. Speziell in der Leber und in der Milz befinden sich körpereigene Lösungen, die beide Organe zu starken Blutbildungsorten machen. Im dritten Schwangerschaftsmonat kommt es zur regulären extramedullären Blutbildung.

Bei der ab der Geburt durchgeführten adulten Hämatopoese teilen sich die Stammzellen des Blutes in einzelnen Schritten. Hier verlagert sich die Blutbildung vom gelben in das rote Knochenmark und das lymphatische System. Die pluripotenten Stammzellen besitzen die Fähigkeiten, alle Zelltypen zu bilden. Vom Mark der Knochen aus gelangen durch ihre Hilfe myeloische sowie lymphatische Zellen in die gesamte Blutbahn des Körpers. In einigen Fällen entwickeln sich Vorläufer der Blutzellen, die sich durch ihre Unreife auszeichnen. Bei dieser Art der Blutbildung kommt es zu einer Kernverschiebung.

Prägen sich zu viele oder zu wenige Blutzellen im Organismus, folgen umfangreiche Komplikationen. Es entsteht eine Beeinflussung der Immunabwehr und beim Transport von Sauerstoff. Des Weiteren besteht bei der Blutbildung eine Wechselwirkung mit den rheologischen Eigenschaften. Erst in Stresssituationen erhöht sich die Zahl der Blutzellen drastisch. In solchen Momenten übernehmen Hormone, Zytokine und das Erythropoetin das Steuern der Blutbildung.

 

Faktoren beim Wachstum der Blutzellen

Bausteine, die das hämatopoetische Wachstum beeinflussen, stellen vorwiegend Vorläufer der Blutzellen dar. Die Glykoproteine sorgen im Regelfall für eine Regulation der Blutzellen-Funktion. Durch diese Stoffe finden die geteilten Stammzellen ihren Bestimmungsort.

Die das Wachstum kontrollierenden Faktoren wirken in allen Stationen der Hämatopoese. Um diese zu fördern, eignet sich die regelmäßige Aufnahme von Vitaminen. Ebenso bedingt Eisen das Bilden des Blutes. Der Eisengehalt in Fleisch und Fisch fördert die Hämatopoese besser als pflanzliches Eisen.

Speziell alternde und auswuchernde Blutzellen stören die Hämatopoese. Sie infiltrieren das für die Bildung des Bluts verantwortliche Knochenmark und verhindern die Stammzellenteilung. Die Folge daraus präsentiert sich als chronische Anämie. Krankheiten, die eine solche hervorrufen, stellen vorwiegend Blutkrebs, Leukämie und Mangelerscheinungen dar.

Die Blutbildung fungiert als Nachschubversorgung mit blutbildenden Zellen. Diese Erneuerung findet stetig statt und richtet sich nach dem Bedarf des Organismus. Mangelnde und überzählige Reserven führen zu einem Ungleichgewicht im menschlichen Körper. Daher besteht das hämatopoetische Wachstum innerhalb fester Grenzwerte.

redaktionelle Bearbeitung: Anna Nilsson

© freshidea – Fotolia.com


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