Die Leberwerte als Spiegel der Gesundheit

Die Leber ist ein äußerst lebenswichtiges Organ im menschlichen Körper. Seine Aufgabe besteht im Abbau von Giftstoffen und Abfallprodukten des Körpers und deren Ausscheidung. Darüber hinaus speichert sie Vitamine, Fette und Hormone und sorgt somit für einen gesunden Haushalt.

Blutröhrchen

Blutprobe © Shawn Hempel – Fotolia.com


 

Anhand der Leberwerte im Blut kann der Arzt den Zustand der Leber beurteilen und wenn nötig, eine gezielte Behandlung in die Wege leiten.

Erkrankungen der Leber

Die meisten Erkrankungen der Leber verlaufen zumindest im Anfangsstadium meist schmerz- und beschwerdefrei. Treten gesundheitliche Probleme auf, ist die Krankheit meistens schon soweit fortgeschritten, dass umfangreiche Behandlungen im Krankenhaus, unter Umständen sogar eine Lebertransplantation erforderlich werden. Daher ist es umso wichtiger, die Leberwerte im Blut zu kennen, um größere Schäden bereits im Vorfeld zu vermeiden. Neben Infektionskrankheiten wie Hepatitis sind fettreiche Kost und übermäßiger Alkoholgenuss die häufigsten Ursachen für eine Erkrankung der Leber. Erkrankungen der Leber verlaufen am Anfang eher untypisch und werden daher lange Zeit nicht bemerkt. Damit sich der Arzt ein Bild vom Zustand der Leber verschaffen kann, bestimmt er die Leberwerte im Blut.

Dazu wird aus einer Armvene Blut entnommen und im Labor untersucht. Die wichtigsten Leberwerte sind:

  • der GPT (Glutamat-Pyrovat-Transaminase-Wert, auch ALT), der speziell auf eine Schädigung der Leber hindeutet,
  • die Enzyme GOT und GPT, die auf akute Leberprobleme zeigen und selbst langfristig nur mäßig ansteigen sowie
  • das Enzym Gamma-GT (Gamma-Glutamyl-Transpeptidase), dessen Wert bei chronischem Alkoholkonsum, aber auch bei Gallensteinen oder anderen chronischen Leberschäden deutlich erhöht ist.

Die Bestimmung der Leberwerte gehört zum Standard einer routinemäßigen Untersuchung (Check-up), deren Kosten von den Krankenkassen übernommen werden.

 

Erhöhte Leberwerte

Im Falle zu hoher Leberwerte wird der Arzt weitere Untersuchungen vornehmen, um deren Ursache festzustellen. Neben einer Fehlernährung kommen auch verschiedene Infektionskrankheiten wie Mumps, Gelbfieber, Röteln oder Gürtelrose infrage. Selbst Vergiftungen durch den Verzehr von Pilzen oder anderen toxischen Stoffen, die Einnahme von Drogen und Medikamenten, eine Pilzinfektion oder auch Erkrankungen der Gallenwege können erhöhte Leberwerte zur Folge haben.

 

 

Leberwerte – Ernährung, Krankheiten und Alkohol

Erhöhte Leberwerte, die auf eine falsche Ernährung zurückzuführen sind, lassen sich durch eine rechtzeitige Ernährungsumstellung in Verbindung mit einer schonenden Gewichtsabnahme meistens wieder senken. Leberentzündungen lassen sich mit Antibiotika gut behandeln. Damit die vorbelastete Leber weitestgehend geschont wird, ist ein gänzlicher Verzicht auf Alkohol, Drogen und allen anderen toxischen Stoffen unabdingbar. Allerdings dürfen Medikamente, die wegen einer anderen Erkrankung eingenommen werden müssen, nicht einfach abgesetzt werden. In diesem Fall ist eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erforderlich.

Liegt die Ursache für erhöhte Leberwerte in den Gallenwegen, bleibt meistens nur eine Operation, die einen Krankenhausaufenthalt erforderlich macht. Durch Entzündungen der Gallenwege, aber auch durch Gallensteine kommt es zum Rückstau von Gallensaft. Gallensteine, die aufgrund einer cholesterinreichen Ernährung entstanden sind, können meistens mit Medikamenten aufgelöst werden.

Bleiben erhöhte Leberwerte unbehandelt, können schwere Erkrankungen wie Leberkrebs oder Leberzirrhose die Folge sein. Während etwa eine Fettleber durch eine grundlegende Umstellung der Ernährung durchaus heilbar ist, bleibt bei einer Leberzirrhose nur noch eine Transplantation übrig. Leichte Beschwerden wie Müdigkeit, Husten und Fieber werden in den seltensten Fällen mit einer kranken Leber in Verbindung gebracht. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer totalen Vergiftung des Körpers und zum Ausfall weiterer wichtiger Organe und letztendlich zum Tod.

Naturheilverfahren zur Leber Entgiftung

Neben der Schulmedizin gibt es auch verschiedene Naturheilverfahren, die dazu geeignet sind, die Leber zu entgiften und die Leberwerte wieder in den Normalbereich zu bringen. Neben dem Einsatz von Schüssler-Salzen und verschiedenen Heilpflanzen haben sich das sogenannte Heilfasten und Entschlackungskuren bewährt. Eine Entgiftung der Leber kann auch mit homöopathischen Mitteln durchgeführt werden. Durch eine fettarme und vitaminreiche Ernährung, den weitestgehenden Verzicht auf Alkohol und Drogen sowie durch eine allgemein gesunde Lebensweise lassen sich die Leberwerte auf dem normalen Niveau halten und gefährliche Lebererkrankungen gezielt vorbeugen

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Quellen:
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2015