Gamma GT (GGT) im Blut und Blutbild

aktualisiert 10.02.2016 veröffentlicht von: Anna Nilsson

Gamma GT (GGT) stellt ein Enzym dar, das sich für den Stoffwechsel im Körper verantwortlich zeigt. Seine Bildung erfolgt in der Leber, den Nieren, der Bauchspeicheldrüse, der Milz und im Dünndarm. Die Abkürzung GGT steht in der Medizin für das Enzym „Gamma-Glutamyl-Transferase“.  Was das Stoffwechsel-Enzym im Blut und in der Analyse im Blutbild über unsere Gesundheit aussagt und welche Werte im Blutbild normal sind erfahren Sie hier:

Ein Auswertungsbogen des Blutbild mit Gamma GT WertDas Enzym GGT und seine Wirkung auf den Organismus

Die Zellen im menschlichen Organismus brauchen das Enzym Gamma GT für den Eiweiß-Stoffwechsel.

Der aus dem Blut erhaltene Gamma-GT-Wert kommt zum großen Teil aus den Zellen der in der Leber befindlichen Gallengänge. Diese leiten die von der Leber gebildete Gallenflüssigkeit in die Gallenblase. Diese Substanz enthält eine große Menge des Enzyms. Sie gelangt später in den Darm, um dort den Verdauungsvorgang zu fördern. Das Gamma GT verfügt über besondere Merkmale. Als Enzym befindet es sich nicht in den Körperzellen. Stattdessen liegt es auf der Zelloberfläche auf. Deutlich erkennen dies Interessierte in Blutproben, die sie unter ein Mikroskop legen.

Der Wert des Gamma GT im Blutserum gilt hauptsächlich als leberspezifischer Marker. Andere Transaminasen bestehen in dem ALT und dem AST. Ebenso deutet der Anstieg der Gamma-Glutamyl-Transferase auf andere Krankheiten – beispielsweise das Herz betreffend – hin.

 

Das Gamma GT und die Blutwerte?

Der Arzt misst den Gamma-GT-Wert im Blut, insbesondere bei Verdacht auf eine Infektion der Leber oder der Gallengänge. Die Angabe des Wertes erfolgt in Units pro Liter (U/l).

Das Erhöhen dieses Wertes gibt Auskunft über eine Infektion innerhalb der Gallenwege. Speziell bei einem Gallenstau – Cholestase genannt – steigert sich die Gamma-GT-Konzentration im Blut des Betroffenen. Weiterhin vermehrt sich dieses Enzym im Organismus, wenn die Patienten viel Alkohol zu sich nehmen. Somit steht das Gamma GT als typisches Anzeichen für einen Alkoholmissbrauch.

Andere Erkrankungen im Zusammenhang mit Gamma GT

Das Gamma GT spielt in der Medizin eine Rolle, wenn Ärzte Krankheiten der Bauchspeicheldrüse, der Niere oder des Herzens vermuten.

Eine Reihe von Gallen-Krankheiten zeigen sich für ein erhöhtes Gamma GT verantwortlich. Gallensteine führen zu einem Rückstau von Gallenflüssigkeit und somit zu dem Erhöhen des Gamma-GT-Enzyms. Der Gamma-GT-Wert erlaubt allerdings keine Rückschlüsse auf das eigentliche Ausmaß der Krankheit. Diese muss der Arzt im Zusammenhang mit weiteren Blutwerten sowie anhand weiterer Untersuchungen genauer bestimmen.

Allerdings kommt es in einigen Fällen zu einem komplizierten Beurteilen des Wertes. Dies liegt daran, dass sich dieser bei verschiedenen Krankheiten im Körper erhöht. Zu diesen Infektionen zählen

  • der Gallenstau,
  • die akute durch Viren bedinge Leberentzündung (Virushepatitis),
  • die chronische Leberentzündung durch vermehrten Alkoholkonsum (Alkoholhepatitis),
  • die akute Bauchspeicheldrüsen-Entzündung (Pankreatitis),
  • der Pankreaskarzinom genannte Bauchspeicheldrüsen-Krebs,
  • Krankheiten der Nieren,
  • der Herzinfarkt,
  • Diabetes mellitus,
  • veränderte Werte im Gehirn des Patienten
  • sowie der Bluthochdruck (Hypertonie).

Bereits ein bis zwei Gläser Wein oder Bier genügen, um den Wert deutlich ansteigen zu lassen. Dies liegt an einem in der Fachsprache Enzyminduktion genannten Vorgang. Aber auch bestimmte Medikamente, vor allem Kontrazeptiva und Steroidhormone, bedingen einen erhöhten Wert an Gamma GT.

Im Fall von drastischen Verbrennungen tritt bei den Betroffenen ebenfalls ein hoher Wert des Enzyms auf. Eine verminderte Konzentration des Gamma GT im Körper weist nicht auf eine krankhafte Situation hin.

 

Die normalen Werte

Weicht das Gamma GT nicht von den Normalwerten ab, gibt diese Tatsache Auskunft über den Gesundheitszustand des Patienten. Bei den Werten in einem normalen Bereich besteht keine Gefahr, an Krankheiten der Leber oder der Galle zu leiden.

 

Gamma GT Werte

Bei gesunden Frauen liegt das Gamma GT in der Regel bei:

7 bis 40 U/l bzw. bis 0,63 µkat/l

Bei Männern beträgt der Normalwert

10 bis 55 U/l bzw.  bis 0,92 µkat/l

U/l bedeutet Units pro Liter.
µkat/l bedeutet Mikro und Kat und ist die internationale Einheit

 

Abweichung der Werte

Einige Geräte zur Gamma GT Messung stellen leicht veränderte Werte als Normwerte da, deshalb ist in jedem Fall eine ärztiche bzw. labordiagnostische Untersuchung anzuraten.

Allerdings ist die Gamma-GT-Konzentration starken tageszeitlichen und jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen. Die unterschiedlichen Ergebnisse bei dem Messen zu verschiedenen Jahreszeiten sind normal. Speziell in den kälteren Monaten leiden viele Menschen unter einer leichten Grippe. Diese besteht als ein Grund für einen unregelmäßig schwankenden Gamma-GT-Spiegel.

Ebenso weisen die Werte bei Kindern deutliche Abweichungen auf. Ein bis zwölf Jahre alte Kinder besitzen einen Wert von 22 Units pro Liter. In manchen Fällen erhöht sich dieser mit dem sechsten Lebensjahr auf durchschnittlich 39 Units pro Liter. Babys haben bis zum 30. Tag ihres Lebens einen Gamma-GT-Wert von 132 Units pro Liter.

Des Weiteren muss der Arzt das Gamma GT zusammen mit anderen Laborwerten betrachten. Dies erscheint wichtig, um genaue Rückschlüsse auf eine Krankheit der Leber oder anderer Organe zu ziehen.

 

Warum der Gamma-GT-Anstieg Infektionen anzeigt

Das Gamma GT übernimmt die Aufgabe, Schadstoffe im Körper in andere, für den Organismus unschädliche Stoffe umzuwandeln. Zu diesen schädlichen Substanzen zählen beispielsweise Alkohol oder Gifte.

Anschließend unterstützt das Enzym den Körper bei der Verdauung.Ein Anstieg des Gamma GT über den Normalwert deutet auf ein Problem im Organismus hin. Das Enzym gewährleistet nicht länger den Abbau von Schadstoffen im Körper. Die Gründe liegen in einer falschen Ernährung oder Krankheiten.

Welche weiteren Faktoren beeinflussen das Gamma GT?

Unregelmäßige Werte bei dem Gamma GT erscheinen als Merkmal einer körperlichen Belastung. Diese entsteht bei einer verfetteten Leber als Folge von starkem Übergewicht. Schon kleine Abweichungen der Gamma-GT-Konzentration geben Aufschluss über gebildete Metastasen in der Leber. Tumore in der Prostata sowie in dem Dickdarm beeinflussen das Gamma GT im Körper zusätzlich.

 

Das Gamma GT und das Herz

Ein geringer Anstieg des Gamma GT über den Normalwert gibt Anlass zu weiteren Tests und Befunden. Ausschließlich in einem solchen Fall kann der Arzt teilweise gefährliche Krankheiten wie Krebs im Frühstadium erkennen und erfolgreich behandeln.

Patienten mit erhöhtem Gamma GT in Kombination mit Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhtem Cholesterinspiegel haben ein größeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkt und Schlaganfall. Dies belegen neueste wissenschaftliche Erkenntnisse.

 

Das Gamma GT und die Herzkranzgefäße

Der isolierte Anstieg des Enzyms Gamma GT ohne den Konsum von alkoholischen Getränken weist nicht explizit auf eine Leberpathologie hin. Vielmehr deutet dieses Resultat auf ein gesteigertes KHK-Risiko hin. KHK besteht als Kurzform für eine koronare Herzkrankheit. Hierbei handelt es sich um eine Infektion an den Herzkranzgefäßen. Diese heißen in der Medizin Koronar-Arterien.

Speziell im Bereich des Herzens sorgt das Enzym Gamma GT für das schnelle Übertragen des Glutamyl-Restes auf die Peptide. Dieser Vorgang geschieht im gesamten Körper und erscheint nicht ausschließlich leberspezifisch. Die hohe Gamma-GT-Konzentration resultiert nicht zwangsläufig aus einer Infektion der Leber. Trotzdem hielt sich dieser Irrglaube lange in der Medizin. Als zellmembran-ständiges Enzym steigert sich das Gamma GT im Blut, wenn es sich von der Zellmembran ablöst. Beispielsweise passiert dies bei dem erwähnten Gallenstau. Darum gilt das Gamma GT als zuverlässiger Cholestase-Parameter. Bei dieser Krankheit kommt es gleichzeitig zu einem Anstieg der alkalischen Phosphatase (AP). Somit gibt das Gamma GT separat betrachtet keinen Aufschluss auf eine Gallen-Infektion.

Trotzdem gibt das isolierte Erhöhen des Gamma-GT-Wertes für den Betroffenen Grund zur Sorge. Dieser leidet an einer verstärkten kardiovaskulären Mortalität. Dies bedeutet, dass das Risiko, an einer das Herz betreffenden Infektion zu sterben, besteht.

 

Wie stellt sich der Zusammenhang von Gamma GT und Herzkrankheiten dar?

Das enge Zusammenspiel zwischen dem Gamma GT und dem Herzen liegt an den zellulären Oxidations-Prozessen. Somit besteht die Option, in dem Enzym ein Parameter für oxidativen Stress zu sehen. Der oxidative Stress besteht als problematische Lage des Stoffwechsels. Bei dieser überschreitet die Konzentration der reaktiven Sauerstoff-Zusammenschlüsse den physiologischen Wert.

Laut neuester Studien prägt sich dieser Zusammenhang stark aus. Die gesamte Sterblichkeit bei einem Anstieg des Gamma GT steigert sich um bis zu 65 Prozent. Die Todesursachen lagen bei dem Untersuchen ausnahmslos in kardiovaskulären Krankheiten. Praktisch bedeutet dies, dass bei einer hohen Konzentration an Gamma GT ohne gleichzeitigen Anstieg von AP und Bilirubin keine Leberkrankheit vorliegt. Stattdessen obliegt den entsprechenden Hausärzten das Abklären kardiovaskulärer Risikofaktoren. Eine Therapie bildet eine unbedingte Folge.

 

Den erhöhten Wert des Enzyms frühzeitig erkennen

Wie erwähnt, deutet ein überhöhtes Gamma GT im Blut auf eine Infektion von Leber, Galle oder Nieren hin. Doch in vielen Fällen liegt deren Ursache in einer ungesunden Lebensweise und Nahrung.

Zu viel Alkohol, fette Kost und mangelndes Bewegen führen über kurz oder lang zu dem Verfetten der Leber und Leberzirrhose. Die Leber zeigt sich in diesem Fall nicht in der Lage, die Giftstoffe im Körper abzubauen. Einen bemerkenswerten Fakt stellt das schnelle Schwanken des Gamma-GT-Wertes in Krankheitsfällen dar. Dabei zeigt sich, dass sich das Gamma GT vor dem Auftreten von Symptomen wie Bauchschmerzen, Übelkeit oder Gelbfärbung der Haut erhöht.Daher sollte jeder Mensch die angebotenen Check-ups beim Arzt wahrnehmen. Ausschließlich in diesem Fall besteht die Option, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

 

Wie senken Betroffene ihren Gamma-GT-Wert?

Hat der Arzt im Rahmen eines Checks einen Anstieg des Enzyms Gamma GT diagnostiziert, führt er weitere Tests durch. Weiterhin befragt er den Patienten nach seinen Lebensgewohnheiten und seiner Ernährung. Erhöhte GGT-Werte bilden kein Schicksal der Natur. Ein Umstellen der Kost bringen sie in vielen Fällen zurück in den Normalbereich.

Um dies zu verwirklichen, gibt es verschiedene Methoden. Dazu gehört der konsequente Verzicht auf Alkohol und Nikotin sowie eine ausgewogene und fettarme Nahrung. Hierbei konsumieren die Betroffenen viel frisches Obst und Gemüse sowie pflanzliche Produkte. Eine bedeutende Rolle in der Nahrungsaufnahme spielen die Vitamine und Mineralstoffe. Die Patienten trinken am Tag mindestens eineinhalb bis zwei Liter Wasser. Ebenso bietet sich Saft an, um den Körper mit genügend Flüssigkeit zu versorgen. Einen positiven Einfluss auf das Gamma GT bringt das ausreichende und regelmäßige Bewegen. Nach Möglichkeit gehen die Betroffenen an der frischen Luft spazieren. Dies führt zu einem Abbau von Stress durch das tägliche Entspannen.

Die Leber ist im Anfangsstadium durchaus in der Lage, sich beim Einhalten der Verhaltensregeln wieder zu erholen. Menschen, die zu einem erhöhten Gamma GT neigen, suchen in ihrem eigenen Interesse regelmäßig ihren Hausarzt auf. Dieser kontrolliert die Leberwerte.

Mit einer gesunden Lebensweise steuern sie folgenschweren Krankheiten rechtzeitig entgegen. Ab einem bestimmten Alter übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für einen Check-up beim Arzt.

 

Ein medizinisches Resümee zu Gamma GT

Das Enzym Gamma GT besteht im menschlichen Blut als relevanter Parameter für verschiedene Probleme. Ein Anstieg dieses Wertes erfolgt bei Infektionen der Galle, der Leber, der Nieren sowie bei Herzkrankheiten.

Des Weiteren steigert sich die Gamma-GT-Konzentration bei der Einnahme von bestimmten Medikamenten und übermäßigem Alkoholgenuss. Um Rückschlüsse auf die genaue Komplikation zu ziehen, messen die Ärzte neben dem Gamma GT noch andere Werte. Mithilfe unterschiedlicher Maßnahmen senken Interessierte einen zu hohen Gamma-GT-Spiegel wieder. Ab einem bestimmten Alter übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für einen Check-up beim Arzt.

Quellen und Literatur:

H.Renz-Polster, S.Krautzig: Basislehrbuch Innere Medizin. 3. Auflage. München
N. Heisterkamp, J. Groffen The human gamma-glutamyltransferase gene family.

weiterführende Information im Internet:

Gamma Gt – Zusammenhang mit Alkoholkonsum:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/hepatitis/article/823567/gamma-gt-schlechtes-zeichen-aber-nicht-leber.html