Blutgruppen

Die individuelle Zusammensetzung von Proteinen und Glykolipiden beschreibt die Blutgruppe. Beide Stoffe sind auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen zu finden und wirken wie Antigene.

Laborwerte

Laborwerte

Die Blutgruppen und ihre Systeme

In Mitteleuropa ist das wichtigste Blutgruppensystem das AB-Null-System.

Dieses beschrieb bereits 1901 Karl Landsteiner, ein Wiener Arzt. Für seine Beschreibung, die seit 1928 weltweit die Blutgruppen einheitlich bezeichnet, erhielt er 1930 den Nobelpreis für Medizin. Der Arzt fand die Vererbung von A und B zum Faktor 0 heraus.

Das AB-Null-System besteht aus vier Gruppen.
Die Blutgruppen:

  •         Blutgruppe 0 haben 38 Prozent,
  •         Blutgruppe A 42 Prozent,
  •         Blutgruppe B 13 Prozent und
  •         Blutgruppe AB 7 Prozent

der Bevölkerung. Neben diesen Blutgruppen sind mehr als 400 Blutgruppenmerkmale bekannt. Eines davon ist der sogenannte Rhesusfaktor. Das Rhesussystem entdeckte der Wiener Arzt Karl Landsteiner mit Alexander Salomon 1937.

Der dominant vererbte positive Rhesusfaktor kommt in Europa mit 85 Prozent am häufigsten vor. Der negative Rhesusfaktor gehört mit 15 Prozent zur Minderheit. Der Rhesusfaktor spielt eine besondere Rolle bei einer Schwangerschaft. Hat die Schwangere einen positiven Rhesusfaktor und erwartet ein Kind mit einem negativen Rhesusfaktor, gibt es spätestens bei der zweiten Schwangerschaft Probleme.

Durch die Geburt des ersten Kindes aktiviert das Blut Antikörper, die bei einer erneuten Schwangerschaft zum Ausbruch kommen und für Mutter und Kind lebensbedrohlich sind. Bei einer Bluttransfusion ist rhesuspositives Blut nur an die Personen zu übertragen, die diesen Rhesusfaktor haben.

Weitere Systeme der Blutgruppen

Bei Bluttransfusionen ist das Kell-System bedeutsam. Neben der Blutgruppe testen die Organisationen in Deutschland und Österreich die Blutspenden nach dem Kell-System. Dieses System besteht aus drei Faktoren

  •         kk gleichbedeutend mit Kell-negativ,
  •         Kk entspricht mischerbig Kell-positiv und
  •         KK reinerbig Kell-positiv.

90 Prozent der Bevölkerung sind Kell-negativ und acht Prozent sind mischerbig Kell-positiv und eine Minderheit von zwei Prozent ist reinerbig Kell-positiv. Jeder dieser Gruppen braucht eine Bluttransfusion, gegen die die eigene Blutgruppe keine Antikörper bildet.

Das auf Genen basierende MNS-System lokalisiert die Glykoproteine, GYPA und GPYE auf das Chromosom 4. Das System der Blutgruppen nach MNS erfasst insgesamt 46 verschiedene Antigene, wobei für eine Transfusion die Antigene S und s die größte Bedeutung haben.

Blutgruppen und ihre Vererbung

Die Labors ermitteln anhand von Blutgruppen bei Vaterschaftstests eine Wahrscheinlichkeit der Vaterschaft. Eine 100-prozentige Aussage bringt ein DNA-Test, der die individuellen Merkmale sicherer und genauer erkennt. Anhand des Blutes kann ein Labor eine hohe Wahrscheinlichkeit ermitteln, da Eltern nur bestimmte Blutgruppen weitervererben können.

Haben beide Elternteile die gleiche Blutgruppe, erhält das gemeinsame Kind diese ebenfalls. Hat ein Elternteil die Gruppe Null, das andere die Gruppe A oder B, kann das Kind sowohl die Blutgruppe 0 als auch A oder B haben. Dasselbe gilt für die anderen Gruppen wie A und B. Ausnahme ist die Gruppe AB, die dem Kind sowohl die Blutgruppe A wie B oder AB ererben kann.

Die Besonderheit dabei ist die Gruppe Null, die sich gegenüber den Genen der Gruppen A und B rezessiv verhält. Die Gene der Gruppen A und B dagegen vererben die Eltern überdeckend. Interessant ist die Tatsache, wenn beide Eltern die Gruppen A und / oder B haben, das Kind auch die Gruppe Null haben kann. Mit den Gruppen und der Vererbungslehre sind Labors in der Lage, Verwandtschaften anhand des Blutes zu ermitteln.

Die japanische Deutung der Blutgruppen

In Japan hat jede Blutgruppe ihre Bedeutung und jeder Japaner weiß, welche Gruppe er hat. Ziehen einige Bewohner der westlichen Welt bei der Partnersuche das Horoskop zurate, ziehen Japaner die Blutgruppe vor, die auch Firmeninhaber bei der Einstellung berücksichtigen. Hier ein kurzer Überblick über die Vor- und Nachteile der Blutgruppen aus japanischer Sicht:

  •         Gruppe A – entspricht dem Bauer

die positiven Merkmale: aufrichtig, einfühlsam, umsichtig, hart und schöpferisch;

die negativen: zu ernst, konservativ, anspruchsvoll und kompromisslos;

  •         Gruppe B – entspricht dem Jäger

die positiven Merkmale: tatkräftig, heiter, interessiert, kontaktfreudig, ausgelassen und liberal;

die negativen: unverantwortlich, egoistisch;

  •        Gruppe AB entspricht dem Humanisten

die positiven Merkmale: beherrscht, effizient, rational, gelassen und überlegt;

die negativen: unentschlossen, schüchtern und kritisch;

  •         Gruppe 0 – entspricht dem Krieger

die positiven Merkmale: gesellig, optimistisch, liebenswürdig;

die negativen: achtlos, eitel und arrogant.

Die Japaner glauben an die Beeinflussung der Persönlichkeiten durch die Blutgruppen. Sie ordnen ihre Mitmenschen nach der Blutgruppe ein, die einen sehr hohen Stellenwert besitzt.

Fazit zu den Blutgruppen

Fazit ist, das System im menschlichen Körper ist komplex, aber funktionsfähig. Von den verschiedenen Systemen der Blutgruppen sind bei der ISBT – der Internationalen Gesellschaft für Bluttransfusion nur 29 beschrieben und anerkannt. Dazu gehören das Rhesussystem, das AB-Null-System sowie das Kell-, Duffy- und MNS-System.

Die Systeme sind wichtig, damit nicht das “falsche Blut” zum Einsatz kommt und die Aktivierung von Antikörpern provoziert. Es kommt zur Agglutination oder Verklumpung der roten Blutkörper. Die Folgen sind lebensbedrohlich.