Blutdruck

Blutdruck Funktionen und Definition

Überhöhter Blutdruck zählt zu den weltweit häufigsten Gesundheitsgefahren. Die sogenannte arterielle Hypertonie zeigt sich durch das Überschreiten der als Normalzustand definierten Werte. Dennoch ist vielen Patienten unbekannt, was der Blutdruck bedeutet.

Apothekerin misst Blutdruck

 

In der Fachsprache findet als alternativer Begriff die Bezeichnung „Gefäßdruck“ Verwendung. Der bei einer Blutdruckmessung ermittelte Wert gibt den vom Blut in einem Gefäß ausgeübten Druck an. Ergebnis einer Blutdruckmessung ist die zwischen Blut und Arterien, Venen und Kapillaren existierende Kraft pro Fläche.

Blutdruckhöhe ist Situations- und Tageszeit abhängig

Der Blutdruck eines Menschen ist Schwankungen unterworfen. Ein komplexes System reguliert den Druck. Daran sind Hormone, der Sympathikus, der Parasympathikus und das Enzym Renin beteiligt. Der Sympathikus erhöht Frequenz und Kraft des Herzschlags.

blutdruckDer Blutdruck steigt. Der Parasympathikus arbeitet umgekehrt. Die jeweilige Höhe des Blutdrucks ist abhängig von der Situation und dem Zeitpunkt. Morgens ist der Wert – verglichen mit der Nacht – leicht erhöht. Über den Tag sinkt der Druck. In Stresssituationen erhöht der Körper den Blutdruck. Stress verbessert die Leistungsfähigkeit des Herzens, infolgedessen steigt der Druck in den Blutgefäßen.

Das bedingt eine bessere Durchblutung der Muskeln. Entspannt der Körper, senkt sich der Blutdruckwert. Unter Normalbedingungen liegt der Blutdruck eines gesunden Menschen bei 120 zu 80 mm HG. Die Angabe des Blutdrucks erfolgt im Verhältnis zu einer Millimeter-Quecksilbersäule, kurz „mm Hg“. HG ist das Symbol für Quecksilber im Periodensystem der Elemente. Ein mmHg ist definiert als den Druck, den eine Quecksilbersäule mit der Höhe von einem Millimeter ausübt.

Unterscheidung in systolischen und diastolischen Druck

Die genannte Zahl für den Normalwert des Blutdrucks besteht aus zwei Werten. Die „120“ beschreibt den systolischen Druck, die „80“ bezieht sich auf den diastolischen Druck. Der systolische Wert definiert den Blutdruck, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht und das Blut in die Aorta pumpt (die sogenannte Auswurfphase). Anschließend entspannt sich der Herzmuskel.

 

In der Entspannungsphase öffnen sich die Muskeln und neues Blut strömt ein. Infolgedessen sinkt der Druck in den Blutgefäßen ab. Letzteres gibt der diastolische Wert an. Folglich besteht der Blutdruck aus einem Maximal- und einem Minimalwert.

Messung des Blutdrucks – klassisch oder mit elektrischem Gerät

Die Messung des Blutdrucks erfolgt manuell durch den Arzt mit einem Stethoskop oder durch ein Gerät mit integriertem Computer. Die manuelle Variante ist die sogenannte klassische arterielle Blutdruckmessung. Dabei befindet sich am Oberarm des Patienten eine aufblasbare Manschette, die Druck ausübt.

Apothekerin misst BlutdruckDen aktuellen Luftdruck zeigt ein Manometer an. Die Manschette pumpt der Arzt mit einem Gummiball so lange auf, bis er über das ebenfalls am Arm angelegte Stethoskop keine Töne mehr vernimmt. In diesem Moment fließt kein Blut mehr, da der Druck der Manschette über dem Blutdruck liegt.

Anschließend entweicht langsam der Druck aus der Manschette. Durch die eingeengte Blutströmung entstehen Verwirbelungsgeräusche, bis die Schlagader wieder komplett geöffnet ist und keine Geräusche mehr zu hören sind. Überschreitet beim Ablassen der Luft der Blutdruck den Manschettendruck, fließt stoßartig Blut durch die Arterie. Zugleich vernimmt der Arzt über das Stethoskop ein Geräusch. Die Anzeige des Manometers in diesem Moment entspricht dem systolischen Blutdruckwert. Anschließend schwächen die Geräusche ab. Das letzte gehörte Geräusch signalisiert den diastolischen Wert.

Moderne Blutdruckmessgeräte arbeiten mit einem Computer und elektronischer Anzeige des Blutdruckwertes. Die Messung erfolgt überwiegend am Handgelenk. An der Unterseite der Messgeräte befindet sich eine Manschette. Je nach Gerät ist die Manschette für die Messung am Handgelenk oder am Oberarm ausgelegt. Betätigt der Patient den Startknopf, füllt eine elektrische Pumpe die Manschette mit Luft, bis der Druck den Blutdruck übertrifft. Es fließt kein Blut mehr durch die Arterie.

Die anschließende schrittweise Reduktion des Luftdrucks erzeugt von Sensoren erfasste Geräusche. Das Gerät unterscheidet die vernommenen Töne in systolischen und diastolischen Druck. Der gemessene Blutdruck ist über eine digitale Anzeige nach Abschluss der Messung sichtbar. Das Ergebnis ist abhängig von der Position des Gerätes im Verhältnis zum Herzen. Bei den digitalen Blutdruckmessgeräten ist darauf zu achten, das Gerät auf Herzhöhe zu halten. Das erfordert bei der Messung am Handgelenk eine angewinkelte Armhaltung.

Sowohl die klassische wie auch die elektrische Messung sind nicht exakt. Ein genaues Ergebnis für den Blutdruck ermöglicht ausschließlich eine invasive Messung. Das erfordert die Punktierung einer Arterie und das Einbringen eines Katheters. Der Katheter ist mit einem druckabhängigen Sensor verbunden. Ein Monitor zeigt den Blutdruck in Form einer Kurve an. Die invasive Methode ist für eine reine Kontrolle des Blutdrucks zu aufwendig. Zudem besteht die Gefahr von Blutungen, Verletzungen und Infektionen. Daher dient die invasive Messung hauptsächlich der Überwachung eines Patienten während einer Operation. Anderenfalls ist die arterielle Druckmessung zu bevorzugen.

Erhöhter Blutdruck: Gefahr für Organe und Gefäße

Liegen der systolische Wert, der diastolische Wert oder beide Werte dauerhaft über dem Normalzustand, liegt Bluthochdruck vor. Zu Beginn verursacht ein zu hoher Druck minimale Beschwerden. Die Patienten bemerken die Erkrankung nicht, während der Druck in den Gefäßen weiter ansteigt. Dadurch drohen gravierende Folgen. Eine dauerhaft hohe Belastung des Herzens führt möglicherweise zu einer Herzschwäche und zu Verkalkungen der Gefäße. Der Bluthochdruck gilt als eines der größten Risiken für einen Schlaganfall.

Daneben drohen Schäden an den Nieren. Letztere schütten dadurch mehr Hormone aus, der Blutdruck steigt weiter an. Ebenfalls gefährdet ist das Sehvermögen durch Beschädigungen an der Netzhaut. Möglich ist zudem ein zu niedriger Blutdruck. Sofern Letzterer nicht durch eine Erkrankung bedingt ist, drohen keine gravierenden Schäden an den Gefäßen oder Organen. Symptome sind Müdigkeit und Schwindelgefühl. Einfache Maßnahmen wie frische Luft, Bewegung oder Wechselduschen bringen Besserung.

 

Symptome

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